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26.2.10

Die letzten Tage in Shanghai

Mama und Annemarie sind am Mittwoch wieder zurückgeflogen und wohlbehalten in Altötting angekommen. Mit vielen neuen Eindrücken und einem Das Gepäck hat sie inzwischen hoffentlich dann auch erreicht, nachdem es den Umstieg in Amsterdam nicht mitgemacht hat.

Bei mir sind die letzten Tage in Shanghai angebrochen - es gilt die Wohnung aufzulösen und noch einige andere administrative Dinge zu erledigen. Schön, wenn es dann zur Abwechslung auch noch etwas zu Feiern gibt. Heute Abend habe ich die engsten Kollegen zu einem Abschiedsessen eingeladen - nicht nur um meinen Abschied zu feiern, sondern auch unsere gemeinsame Zeit hier und den Erfolg der Prototypen. Schliesslich war das ja keine Einzelleistung, sondern ist vielen Menschen zu verdanken.

Danke auch an all diejenigen, die in der Schweiz und Italien mitgeholfen haben. Es war sicher nicht immer leicht, gerade wegen der schwierigen Situation in unserer Firma - aber es war eine spannende und lehrreiche Zeit. Ich habe es bis jetzt nie bereut, dass ich nach China gegangen bin und ich werde einiges hier vermissen. Aber ich freue mich auf Zuhause und auf neue Herausforderungen.

Sherlock, Letizia, Doris und Kelsen (v. l.) waren nur einige, die mit mir zum Abschied feiern waren









Kitty, Simone, Juca und Rock (v. l.) hatten an meinem Tisch aber auch ihren Spass

11.2.10

Zàijiàn Itema

Heute ist mein letzter Arbeitstag in der Firma. Trotz der schwierigen Bedingungen im ITEMA-Konzern ist unser Neumaschinenprojekt ein voller Erfolg geworden. Die Prototypen laufen bis jetzt ohne Probleme, die Stoffqualität ist vielversprechend und die Zielkosten haben wir ebenfalls erreicht. Das Projektbudget sogar weit unterschritten. Ich denke, die Basis für eine erfolgreiche Markteinführung ist gelegt. Leider stimmt das Umfeld in der Firma nicht mehr, als dass ich hier noch eine Zukunft sehen würde und so freue ich mich auf neue Aufgaben.

Abschied von den Webmaschinen und der ITEMA China






Das ist unser Wachhäusl, wo Nella mich gefunden hat (so und nicht andersrum)


Das war für ein Jahr mein Büro... aber jetzt wird's Zeit für was neues.

Bevor ich mich aber mit meiner beruflichen Zukunft näher beschäftige, mache ich erst noch ein wenig Urlaub in China. Im Sommer war ja leider zu wenig Zeit dafür. Morgen früh landen Mama und Tante Annemarie in Shanghai - dann kann's losgehen. Chinese New Year werden wir in Shanghai feiern und nächsten Montag geht's dann weiter Richtung Beijing. Nach vier Tagen in der Hauptstadt fliegen wir übers Wochenende direkt weiter nach Xi'an, zur berühmten Terrakotta-Armee. Und bevor die Beiden wieder zurückfliegen, verbringen wir noch ein paar Tage in Shanghai und Umgebung. Mein Rückflug ist erst am 5. März, denn vorher schau ich mir noch Hongkong und Macau an. Ah herrlich, endlich Urlaub!

6.2.10

Arme Maus!

Das arme Viecherl wurde gestern um mögliche Nachkommen gebracht. Um 10 Uhr hab ich sie beim Tierarzt abgeliefert und am Nachmittag durfte ich sie wieder abholen. Ganz arm schaute sie aus und stinken tut sie wie ein Iltis. Leicht desorientiert wackelte sie in der Wohnung rum bis ich sie in die Küche einsperrte, wo sie im Körbchen wieder einschlief.

Ich war eh schon zu spät dran für die Jahresfeier der Firma. Als ich endlich im Restaurant eintraf, konnte ich die Meute schon von weitem hören. Die Zeit vor dem Frühlingsfest ist von einer ganz speziellen Atmosphäre geprägt - in diesem Fall kamen noch Unmengen von Alkohol dazu. Nachdem das Restaurant in europäischen Augen wirklich nicht gut war und es natürlich keine billigen Sattmacher wie Reis gab, hatten wir Europäer ziemlich Hunger und einige von uns bald einen ziemlichen Rausch.

Ich hatte die Ehre ganz vorne am ersten Tisch neben dem General Manager zu sitzen, der ganz schön einen sitzen hatte. Schliesslich musste der arme Kerl mit jedem Tisch trinken und es waren 17 Tische insgesamt. Bei der Tombola musste er nicht nur Geld spendieren, sondern es wurde auch ein Kuss von ihm verlost. Den dann einer unserer Monteure gewann und in eine Umarmung umgewandelt wurde. Bei der Tombola gewann ich nichts, dafür durfte ich mit allen Einkäufern und Ingenieuren trinken. Und nachdem sich einer wahrlich Mut angetrunken hatte, hat er mir gestanden, dass ich wirklich seine Traumfrau sei. Wenn er nicht verheiratet wäre. :)

Glücklicherweise war die Party von 17-20 Uhr angesetzt. Und sie war auch pünktlich vorbei! Es war auch gut, dass einige von uns nach Hause kamen. Ich fuhr im Wagen unseres General Managers zurück Richtung Stadt. Dem wurde es nach Trinken mit den 17 Tischen und kaum Essen dann doch zu viel und wir musste einige Stops einlegen. :))

Mir geht's heute sicher besser als ihm. Ich liege faul in alten Klamotten auf der Couch, schaue Sex and the City und schreibe einen Blog. Die Katze liegt auf meinem Bauch. Sie schläft - und leider stinkt sie nach wie vor wie ein Iltis. Noch kann ich sie nicht einmal mit Thunfisch zum Fressen überreden. Hoffentlich wird die arme Maus bald wieder.

1.12.09

JAAAAA!!!!

1. Dezember 2009

Nach 7 Monaten in China, ungezählten Arbeits- und Überstunden sowieso, diversen Abenteuern auf der Strasse, kulinarischen Erlebnissen, einer Lebensmittelvergiftung und vier Wochen Darmverstimmung, zwei Heimaturlauben und diversen verzweifelten Momenten, gab's gestern endlich den Lohn für unsere Arbeit. Ecco la macchina - natürlich etwas verfremdet! ;)

Gestern Nachmittag lief sie zum ersten Mal. Und Mamma mia, das Baby ist verdammt schnell und verdammt leise und es ist uns verdammt noch nichts um die Ohren geflogen. :)

Unglücklicherweise konnte ich nicht feiern gehen, da ich schon ein Abendessen mit einem Lieferanten abgemacht hatte. Da durfte ich auf Quallensalat herumkauen und Nettigkeiten austauschen. Aber mir war's wurscht, ich war glücklich!

15.7.09

Und täglich grüsst...

... der Busfahrer. Nun ja, nicht täglich - aber von Montag bis Freitag verbringe ich knappe 3 Stunden am Tag beim Busfahren. Die Zeit vergeht mit Kaffee trinken, Zeitung lesen, diversen Nickerchen, Musik hören oder telefonieren eigentlich ganz gut. Aber manchmal zieht es sich dann auch wiederum ganz schön. Und so sieht ein typischer Arbeits-Morgen von mir aus:

Herrje, schon 7 Uhr? Nix wie ab aus dem Haus!


Erst noch schnell auf dem Weg einen Ka-Pu-Tschi-No und eine Zeitung holen.

Dann sieht der Morgen doch gleich besser aus.

Vorbei am Mann, der Fahrräder und Mopeds repariert. Er hatte wohl einen anstrengenden Tag gestern und schläft auch noch. Seine "Werkstatt" ist übrigens in einem Bushaltehäuschen untergebracht. Ob er wohl Miete zahlen muss?










Vorbei an der Baustelle auf der Tag und Nacht gearbeitet wird und die den EXPO-Slogan "Better City, Better Life" verkündet.

Ah, da steht er ja schon. Nach etwa 20 Minuten ist der Bus erreicht.


Um Punkt 7:25 Uhr machen wir uns auf den Weg...
Stadteinwärts hat es bereits Stau.


Kollege Roman ist auch schon da! Und ich geniesse jetzt erstmal die "Shanghai Daily" und den Cappuccino.











Vorbei an einem Vergüngungspark erreichen wir nach ca. 45 Minuten einen Gegend, die schon ganz anders aussieht als die Metropole Shanghai.





Eindrücke aus der Nachbarschaft: Ein Drive-In-Frühstücksimbiss, eine Fritierbude und Wassermelonen soweit das Auge reicht.



Wir kommen auch an unendlich vielen Reisfelder vorbei. Auf halber Strecke treffen wir dann noch den anderen Firmen-Shuttlebus, der in unsere zweite Produktion fährt. Einige Leute wechseln hier den Bus.



Links ein schöner Beweis der chinesischen Verkehrsflexibilität. Die Strasse wird auf ein 1:3-Spurenverhältnis angepasst. Aber wir erreichen doch noch sicher nach gut eineinhalb Stunden die Dongxing Lu.


Endlich angekommen in unserem schönen grünen Gebäude.




Und um kurz vor 9 Uhr kann ich meinen Arbeitstag beginnen...

24.6.09

On The Road

Jetzt wird's schön langsam sehr ernst im Projekt. Für die meisten Teile habe ich schon potentielle Lieferanten, aber teilweise ziehen sich die Verhandlungen schon sehr. Nicht dass ich da in Europa sehr viel Erfahrung hätte, aber hier ist's erst recht anders. Daher bin ich im Moment leider ziemlich beschäftigt, aber als Trost gibt's ein Foto von unterwegs.

Mit Sherlock und Max (mit Schlafdefizit auf der Rückbank) auf dem Weg zurück von einem Lieferanten

25.3.09

Gesundheit!

Eines weiss ich schon sicher, bevor ich diesen Aufenthalt endgültig angetreten habe: Gesund bin ich sicher. Vorsichtig wie ich bin war ich schon freiwillig beim Zahnarzt, beim Allgemeinarzt zum Impfen und natürlich beim Frauenarzt . Alles prima, aber im Nachhinein wird diese Vorsicht wohl völlig überflüssig gewesen sein.

Um eine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung für China zu bekommen, muss man sich als Ausländer einer Gesundheitsprüfung unterziehen. Dafür wird man in eine extra Behörde gebracht und stellt fest, dass noch 10 andere den 13.30-Uhr-Termin haben. Jeder füllt dann ein langes Formular aus (u.a. Aids, Gelbfieber, Geschlechtskrankheiten, Schwangerschaft etc...) und wird genau 702 RMB los (105 CHF/ 75 €). Anschliessend bringt einen die strenge Oberschwester in den Umkleideraum und macht einem klar, dass man sich bitte oben entkleiden möge und danach trapst man im weissen Bademantel von Raum zu Raum.

Aber alles läuft wirklich sehr korrekt, da kann ich mich nicht beklagen. Und so komme ich vom Messen/Wiegen, zum Röntgen und dann zum EKG. Wenn jemand die EKG-Pads allerdings desinfiziert hätte bevor sie mir auf die Brust geklebt wurden, hätte ich nichts dagegen gehabt. In der Zwischenzeit hingen da sicher schon 50 Leute dran.

Jedes Resultat wird auf meinem Laufzettel festgehalten (siehe rechts). Zwischendurch werden mir noch 2 Ampullen Blut abgezapft. Danach werden neben meinen Augen (ja, ich seh halt ohne Brille wirklich wenig) auch noch meine Ohren und Nasenlöcher kontrolliert. Im Gang treffen sich alle Bademantel-Patienten wieder und warten vorm jeweiligen Zimmer. Man grinst sich schüchtern an und vermutlich kommen sich alle gleich dämlich vor in ihrem weissen Bademantel.
Im Anschluss platziert mich die strenge Oberschwester vor einem Raum mit der Aufschrift "Women's Medical Control". Na super, die Haken für die gynäkologische Untersuchung sowie Urin-, Stuhl- und Spuckprobe fehlen auf meinem Zettel noch. Kann ja heiter werden! Die Untersuchung stellt sich aber glücklicherweise als vollkommen harmlos heraus und beschränkt sich auf das Abhören der Herzgeräusche sowie ein Abtasten des Bauchraums. Danach schickt mich die Oberschwester sogar schon heim!

Das Beste zum Schluss erreicht mich wenig später als E-Mail von der Schweizer Personalabteilung: Weil ich nicht in der Schweizer Arbeitslosen- und Invaliditätsversicherung (2. Säule) bleiben kann, darf ich noch mal zum Arzt bevor mich meine Firma privatrechtlich versichern kann. Dass heisst dann wohl Gesundheitsmarathon Nummer 2. Es sei denn die Schweiz akzeptiert ein chinesisches Gesundheitszeugnis.

18.3.09

ruck zuck zack zack

Rückblickend ist es wahnsinnig schnell gegangen. Anfang Februar hat mich meine Firma gefragt, ob ich mir vorstellen kann, ein ganzes Jahr in Shanghai zu verbringen. Ende März werde ich nun schon 2 mal drüben gewesen sein. Und für Ende April werde ich wohl Europa für längere Zeit den Rücken kehren.

Nun, wirklich lange wird es nicht sein - mein Job erfordert nach wie vor, dass ich an unseren Standorten in Italien und der Schweiz sein werde. Nur die "Basisstation" hat sich verschoben. Wir bauen eine neue Maschine und der Hauptmarkt für sie wird in China sein. Von daher macht es Sinn, vor Ort zu sein und bei Bedarf nach Europa zu fliegen. Nicht umgekehrt. Mein Job ist es - kurz gesagt - die Maschine von der Entwicklung und unseren Ingenieuren in die Produktion an unserem chinesischen Standort zu begleiten. Und das ist eine spannende Aufgabe, die mich reizt.

Urban war natürlich der erste, den ich gefragt habe! Und nachdem er sich das auch vorstellen kann, werden wir das Jahr schon hinbekommen. Ich hoffe natürlich fest, dass er mich ab und zu besuchen kommen kann. Unsere Wohnung in Zürich behalten wir auch und ich werde ein kleines Appartement in Shanghai suchen (lassen). In dem hoffentlich auch noch der ein oder andere Besucher Platz hat.

Viel Spass mit meinem Blog - auf dass viele Posts folgen und Ihr ein wenig an meinem Abenteuern im Reich der Mitte teilhaben könnt!