Nach so viel Kultur und alten Tempeln war uns heute der Sinn nach etwas Moderne. Und so stand der Vormittag ganz im Zeichen von Olympia. Das Nationalstadium, auch bekannt als Bird's Nest, hat uns wahnsinnig beeindruckt.
Eine tolle Architektur, die auch von vielen Chinesen bewundert wurde. Im Innern war gar ein Schneepark aufgebaut, auf dem die Kleinen in Schwimmreifen die Rutschbahnen herunter sausten. Aber auch die gesamte Anlage - grossräumig und von einer unendlichen Weite wie Beijing selbst - hat uns sehr beeindruckt.
Aber wir merkten bald, wir waren nicht mehr so windgeschützt wie gestern in der Verbotenen Stadt. Es blies ein frostiger Nordwind und bald waren wir recht durchgefroren. Das Teehaus gegenüber dem Konfuzius-Tempel kam uns da gerade recht.
Xiao Lin (wörtlich Kleiner Wald) erklärte uns liebevoll die verschiedenen Tees und ihre Zubereitungsarten. Es war eine richtige Zeremonie! So erfuhren wir, wie man Kongfu-Tee, Phoenix-Tee und Schwarzen Tee richtig aufgiesst und geniesst.
Für jeden Tee gibt es eine spezielle Tasse. Für den grünen Kongfu-Tee mit Deckel, für den Schwarztee eine steile Tasse und für den Phoenix-Tee gleich zwei. In die hohe Tasse wird der Tee eingeschenkt und dann in die kleine Schale umgegossen. Aus der hohen wird nur das Aroma erschnuppert.
Das Bild des Tages: Mama im Teehaus. Auch der Taxifahrer Herr Yang erkannte sie sofort wieder!
Wir hatten an dem Tag wirklich Glück. Vergass ich doch vor lauter Diskutieren mit dem netten Taxi-Fahrer meine Kamera unter dem Sitz. Glücklicherweise schwatze er uns aber die Rechnung auf und so konnten wir ihn später ausfindig machen. Er brachte die Kamera tatsächlich zurück und erzählte sichtlich stolz, Mama auf dem Fotos wieder erkannt zu haben. Die schien es ihm wirklich angetan zu haben. Und ganz gerührt war Herr Yang, als ich die Pekinger Bürger lobte und wie glücklich ich sei, dass er meine Kamera zurückgebracht hatte.
Zur Feier waren wir in einem hervorragenden Yunnan-Restaurant essen. Bananenblüten-Salat, gebratene Sprossen, gebratenen China-Kohl, Huhn mit Ananas... alles war irrsinnig gut - und mit unglaublich vielen Chili-Schoten versehen.
Abenteuer im Reich der Mitte
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Nach einem verregneten Tag in Shanghai sind wir gestern nach Beijing, wörtlich Hauptstadt des Nordens, weitergereist. Die Stadt machte ihrem Namen alle Ehre und empfing uns ziemlich frostig.
Eingepackt in mehrere Lagen haben wir uns heute Morgen zum Tian'an-Men-Platz aufgemacht. Und wir waren nicht die Einzigen. Mindestens eine ganze Kleinstadt stand vor Maos Mausoleum Schlange. Wir liessen uns den Anblick des Sarges entgehen und spazierten stattdessen einmal rund herum.
Maos Mausoleum - ein Muss für jeden Chinesen beim Hauptstadtbesuch
Auf der anderen Seite des riesigen Platzes hängt am Eingang zur Verbotenen Stadt immer noch ein Riesenbildnis vom Vorsitzenden Mao.
Annemarie und ich vor dem Eingang zur Verbotenen Stadt
Auf der Seite des Platzes findet man die Halle des Volkes - Sitz des chinesischen Parlaments
Viele kleine Chinesen waren auch auf dem Platz unterwegs. Und bei vielen Feuerhosen blitzte der Hintern ohne Windel heraus. Genau hinschauen! :)

Weiter ging es für uns in die Verbotene Stadt. Hier kamen wir uns ein wenig wie Ameisen vor - es wuselte und wuselte und wuselte. Chinesen so weit das Auge reichte.
Die Verbotene Stadt war der Amts- und Wohnsitz des Kaisers. 500 Jahre regierten dort die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien. Zutritt hatten nur die Verwandtschaft und hochrangige Beamte. Es muss eine grosse Sippschaft gewesen sein, denn die Anlage ist unüberschaubar: Über 700.000 Quadratmeter Fläche und angebliche 9.999 Zimmer verfügt der Palast.
Verloren in der Verbotenen Stadt
Anschliessend stiegen wir noch auf den JingShan-Hügel nördlich der Verbotenen Stadt. Dort hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die ganze Anlage.
Mama und ich im Pavillion am Gipfel des JingShan-Hügels
Und wir drei im Park vor den roten Laternen, die überall in China zum Frühlingsfest aufgehängt werden
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