Und ein weiteres trübes Wochenende in Shanghai mit einer verrückten Katze in einer kuschlig warmen Wohnung! Da zieht einen wenig nach draussen. Noch dazu wenn sich der Arm wenig bewegen lässt und am Knie ein Untertassen-grosser blauer Fleck prangt. Wie es dazu kam?
Bekanntermassen falle ich seit ich laufen kann über Löcher aller Art. Laut meiner Mama auch solchen, "die gar nicht da sind". Und so kam mir Montag abend ein Loch in Pudong in die Quere. Ich war mit zwei Kollegen von der ETH Sushi essen und wir wollten hinterher noch in die Cloud 9-Bar im Jin Mao Tower. Tja, und während ich nach dem Hochhaus Ausschau hielt, machte es Rummms! und ich landete auf dem Asphalt. Hatte ich doch einen Bordstein übersehen.
Nun, es tat nicht übermässig weh und auf einen Cocktail ging wir trotzdem. Aber als ich in der Nacht aufwachte, konnte ich meinen Arm nicht mehr abbiegen. Es liess sich nicht vermeiden, ich musste zum Arzt und das auch noch in China. Anziehen war die Hölle, die Haare standen auch kreuz und quer ab, aber es half nichts. Wenigstens war bald klar, das es zwar eine fiese Stauchung mit Bluterguss im Ellbogen ist, aber nichts Schlimmeres. Jetzt laufe ich mit dem Arm in ner Schlinge rum und hoffe, dass es bald besser wird.
Was mich heute doch nach draussen bringt? Ein Kaffee beim Starbucks (die Milch im Kühlschrank ist aus), ein Spaziergang zu ein paar Klamottenläden (im Kleiderschrank hat's ja auch nichts mehr) und vielleicht ein Cockail später.
Abenteuer im Reich der Mitte
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"Danke für Ihren Beitrag zu Chinas Blüte und Wohlstand!"
Angesichts des flotten Danke-Spruchs auf dem chinesischen Steuerbescheid lagen die Italiener vor lauter Lachen fast am Boden. Die Vorstellung, dass sich Berlusconi mit einem "Mille Grazie - Dein Sylvio" persönlich bedankt, war zu komisch. Und dann würden sie wohl nicht nur mit einem Souvenir-Dom nach ihm werfen.
Nach drei Wochen ist Urban jetzt leider wieder abgereist. Aber es dauert ja nicht mehr lange und dann sehen wir uns schon wieder. In sechs Wochen komme ich ja auch schon zurück.
Damit der Herr Mäder auch endlich mal bei seiner Doktorarbeit vorwärts kommt, hat er sich drei Wochen in die chinesische Klausur begeben und wurde nur von Nella abgehalten. Ich war nämlich tagsüber selbst in der Arbeit. Die Kleine hat sich gefreut endlich einen Spielkamaraden über den ganzen Tag zu haben und nachdem sie vorzugsweise Ball spielt oder auf der Computertastatur pennt (da ist's halt so schön warm), hat sie Urban wohl das ein oder andere Mal zu Verzweiflung getrieben. Aber sonst wär's ihm ja vielleicht auch langweilig geworden.
Da hatten sich zwei sehr gern
Aber am Abend und am Wochenende waren wir selbstverständlich auch in der Stadt unterwegs. So waren wir an einem Abend in den zwei höchsten Gebäuden auf einen Drink. Die Bar im Shanghai WFC (492 m, rechts im Bild) war moderner und ihre Cocktails eindeutig besser. Die
Cloud 9-Bar im Jin Mao Tower (421 m, links) ist dafür gemütlicher, hat auch brauchbare Cocktails und vor allem keinen Mindestumsatz für Fensterplätze.
Natürlich waren wir auch noch im Yu Garten, dem Sightseeing-Klassiker in Shanghai. Versteckt in der neu erbauten Altstadt (eine Blasphemie an sich), ist er eines der wenigen Bauten in Shanghai die wirklich alt sind.
Und in die Urban Planning & Exhibition Hall am Peoples Square mussten wir natürlich auch. Hier gibt's Shanghai von oben zu bestaunen und Gebäude im Bau werden auch schon dargestellt. Das WFC und der Jin Mao Tower werden bald von einem noch höherem Gebäude überholt.
Labels: Leben, Nella, Shanghai, Sightseeing
Schneeverwehungen, Strassensperrungen, Unfälle und abgesagte Flüge. Die Nachrichten aus Europa zum Wetterchaos nehmen kein Ende und ich hoffe, es geht Euch allen gut.
Die Nachrichten aus China klingen bei Euch wohl ähnlich. Rosemarie schreibt "nach den Radio-Nachrichten schauen in China nur noch die Spitzen der Wolkenkratzer aus den Schneemassen." Wenn das so stimmen würde, dann könnte ich vermutlich direkt ins Freie spazieren. Nella wäre höchst erfreut über den erweiterten Auslauf und würde unermüdlich Schneeflocken hinterher jagen. Urban könnte dann Skifahren gehen und am Balkon würden wir zum Après-Ski Glühwein verkaufen und Hütten-Musi spielen. Das wär sicher der Renner in Shanghai.
Während sich Peking aber über die Schneemassen freut und schon Skifahrer am Olympiastadion gesichtet worden, ist es in Shanghai nur nass, kalt und neblig. Seit gestern regnet es, die Temperatur liegt irgendwo um die Null Grad und die Gipfel der Hochhäuser verschwinden in den Nebel-Wolken. Schade eigentlich...
Bereits zurück aus der Schweiz haben Urban und ich den Jahreswechsel in Shanghai genossen. Wir war erst gemeinsam essen und sind anschliessend zum People's Square gefahren. Dort waren trotz Eiseskälte viele Menschen unterwegs und liessen Lampions steigen, was wirklich hübsch aussah.
Urban und mir wurde es dann bald aber viel zu kalt und wir machten uns in eine Bar auf. Wir wurden mit Konfetti-Bomben und lustigen Hüten versorgt und haben mit Weissbier auf das Jahr 2010 angestossen.

Sehr glücklich schaut der Urban da nicht, schliesslich musste er eine halbe Stunde darauf warten, endlich die Konfetti-Bombe abfeuern zu dürfen.
2010 ging auch gut für uns los, haben wir uns doch mit halb Shanghai am Hauptbahnhof getroffen. Es war unglaublich viel los. Wir wollten drei Tage in der alten Kaiserstadt Nanjing verbringen und Tausende andere Chinesen wohl nach Hause übers lange Wochenende. In Nanjing wurde es Gott sei Dank auch ein wenig wärmer und so konnten wir einige Paläste besichtigen, einen Rundgang auf der Stadtmauer machen und Abends ein wenig durch's Ausgehviertel "1912" streifen, wo uns die Blue Marlin Bar besonders gefiel.
Anfangen haben wir mit dem Besuch des Tempels der Ming-Kaiser im Norden der Stadt.
Urban hat es den chinesischen Männer nachgemacht, die oft die Handtaschen für ihre Frauen tragen. Im Gegensatz zu den Chinesen war Urban stolzer Träger einer echten Louis Vuitton.
Die nächsten Tage haben wir noch den Konfuzius-Tempel besichtigt, sind durch die Altstadt gebummelt und haben uns bei Starbucks wieder aufgewärmt. Sonntags standen die Purpurberge auf dem Programm, wobei wir den Ursprung des Namens nicht gefunden haben, dafür aber das Mausoleum von Sun Yat-sen (Gründer der ersten Republik Chinas) und das Grab von Hong Wu, dem ersten Ming-Kaiser.
Urban salutiert am Mausoleum von Sun Yat-sen
Ich geniesse die Aussicht von den Purpurbergen
Das Grab des ersten Ming-Kaisers Hong Wu
Die Steintiere haben den Weg zum Kaiser-Grab bewacht: Drachen, ....
... und auch eine Riesenschildkröte.
Nachdem wir erfolglos in den Purpurbergen nach einem Taxi Ausschau hielten, sprangen wir auf gut Glück in einen Bus (wer kann schon den Fahrplan lesen oder wirklich mit dem Fahrer reden) - aber wir kamen Gott sei Dank wieder nach Nanjing zurück und wurden sogar direkt zur Blue Marlin Bar chauffiert. Etwas, dass wir mit Absicht wohl nur schwer geschafft hätten. Wir nahmen es als Zeichen und sind vor der Rückfahrt noch auf ein Bier in die Bar gegangen.
Nun ist das neue Jahr schon eine Woche alt und die Zeit in China neigt sich dem Ende zu. Aber es wird noch einmal spannend: Ein Ausflug nach Beijing und Xi'an über das Chinesische Neujahr im Februar ist schon organisiert. Vielleicht schaffe ich es auch noch nach Hongkong. Und ein Besuch auf dem Kleidermarkt müsste auch nochmal drin sein.
Labels: China, Leben, Sightseeing
