17.12.09

Alle Jahre wieder!

Alle Jahre wieder backen Mama, Rosemarie und Elisabeth ich Plätzerl für Weihnachten. Ich glaube, wir hatten heuer sogar 25jähriges Jubiläum. Ich kann mich natürlich nicht an unsere Anfänge erinnern - aber wahrscheinlich waren Mama und Rosemarie arg beschäftigt, mich davon abzuhalten die Marmelade auf der Wand anstatt auf den Spitzbuben zu verteilen. Mit tatkräftiger Verstärkung von Lisabeth.

Jedenfalls haben mich heuer 8000 km Entfernung davon abgehalten, Vanillekipferl zu wuzeln und Spitzbuben auszustechen und Lukulus-Masse zu rühren. Aber dabei war ich trotzdem. Denn Mamas Geburtstagsgeschenk erwies sich einmal mehr als goldrichtig und wir haben vier Stunden lang geskypt. Auf der einen Seite die Plätzerl-Bäcker in Altötting - auf der anderen Seite Nella und ich, die zugeschaut und dabei einen Schal gestrickt haben. Herrlich, oder?

Elisabeth und Rosemarie wuzeln Vanillekipferl während Nella und ich zuschauen.

10.12.09

Es weihnachtet... auch in China

Chinesen lieben Weihnachten - so viel ist klar. Überall erklingen kitschige Weihnachtslieder (herrlich: We wish you a Merry Christmas auf chinesisch), die Dekoration ist überbordend und der Gelegenheit noch mehr blinkende Leuchtketten aufzuhängen kann nicht widerstanden werden. Die Bedeutung von Weihnachten oder das Warum dahinter, können vermutlich die wenigsten Chinesen beantworten, machen aber gerne beim Konsum-Marathon mit.

Da beruhigt es Herz und Auge, wenn man Abends auf einem Platz viele Menschen dabei beobachten kann wie sie gemeinsam T'ai Chi (Schattenboxen) üben. Gesehen vergangenes Wochenende in Chongqing, Zentralchina, auf einem Geschäftsausflug.


1.12.09

JAAAAA!!!!

1. Dezember 2009

Nach 7 Monaten in China, ungezählten Arbeits- und Überstunden sowieso, diversen Abenteuern auf der Strasse, kulinarischen Erlebnissen, einer Lebensmittelvergiftung und vier Wochen Darmverstimmung, zwei Heimaturlauben und diversen verzweifelten Momenten, gab's gestern endlich den Lohn für unsere Arbeit. Ecco la macchina - natürlich etwas verfremdet! ;)

Gestern Nachmittag lief sie zum ersten Mal. Und Mamma mia, das Baby ist verdammt schnell und verdammt leise und es ist uns verdammt noch nichts um die Ohren geflogen. :)

Unglücklicherweise konnte ich nicht feiern gehen, da ich schon ein Abendessen mit einem Lieferanten abgemacht hatte. Da durfte ich auf Quallensalat herumkauen und Nettigkeiten austauschen. Aber mir war's wurscht, ich war glücklich!

30.11.09

Ein kulinarischer Beitrag...

Lange schon war er fällig - der Beitrag über die kulinarischen Erlebnisse in China. Aber den endgültigen Anstoss gab heute ein Artikel über die Seegurke - in China als "Ginseng des Meeres" verehrt und mit 900 Euro pro Kilo wirklich schweineteuer. Der SZ-Autor singt ein Loblied auf die Delikatesse und beschreibt sie gleichzeitig mit den Worten "Sie riechen nicht gut. Sie sehen auch nicht gut aus. Erst recht nicht, wenn man sie mit dem Messer öffnet."
Das hat mich an so manche kulinarische "Köstlichkeit" erinnert, der ich hier über den Weg lief. Meine persönlichen Top 3:

  1. Die Schildkrötensuppe
    Ein typischer Lieferantenbesuch. Einige Stunden Anreise gefolgt von einem Rundgang durch die Werkstatt. Bevor es zum eigentlichen Geschäft kommt, muss ein Chinese erstmal einen vollen Bauch haben und wir fuhren zum Mittagessen. Dieser Lieferant meinte es besonders gut und wollte unbedingt mit uns ins Geschäft kommen. Immer wenn es ein Lieferant beim Essen besonders gut meint, dann bedeutet das für mich meistens nichts Gutes.
    Herein getragen wurde also eine Schüssel in der ein Panzer schwamm. Kollege Rock wurde völlig aufgeregt angesichts dieser Köstlichkeit. Wie teuer eine Schildkröte doch sei. Der Panzer wurde umgedreht: Er war leer, die Schildkröte schwamm kleingehackt in ihrer Suppe. Rock schaufelte mir sofort meine Suppenschale voll und geriet ins Schwärmen. Ich dachte mir "Also gut. Bevor Du's nicht probiert hast, kannst Du auch nicht behaupten, dass es Dir nicht schmeckt." Die Suppe roch gut, ich fischte mit meinem Stäbchen nach dem ersten Stück und schaute es an... und die Schildkröte schaute zurück.
    Ich hatte in meiner Schale den Kopf erwischt. Na, bravo! Ich liess den Kopf zurück in die Suppe gleiten - aber Kollege Rock guckte immer noch erwartungsvoll. Also, ein zweiter Versuch, der sah schon besser aus. Vielleicht war das nur ein Fuss. Ich führte das Stück an die Lippen, die Haut schimmerte schwarz-grün. Ich konnte beim besten Willen nicht mehr abbeissen, es grauste mir zu sehr. Ich murmelte etwas von "Sehr interessant" und schlürfte die Suppe. Um wenigstens noch was Positives über die arme Schildkröte zu sagen: Die Suppe von ihr war wirklich gut.


  2. Zunge, Austern und Bordeaux
    Das war zugebenermassen schon vor eineinhalb Jahren. Es war mein erster Abend an meinem ersten Chinatrip. Wir kamen morgens an und gingen direkt ins Büro. Ich war total fertig vom Jetlag. Abends gingen wir Teppanyaki essen: Eine Kochfläche ist in den Tisch eingelassen, man sitzt gemütlich rundum und schaut dem Koch zu. Und bekommt nach und nach diverse Kleinigkeiten serviert. Eigentlich hervorragende japanische Küche, die ich heute noch gerne geniesse.
    Es ging aber bald los, dass die Mädels rund um mich kicherten. Und bald kam die Frage, ob ich wüsste, was ich da gerade essen würde. Und ich fragte zurück, ob ich das denn wissen wolle? Grosses Gekicher und nach einigem Hin und Her, stellte es sich als Kuhzunge raus. Davor hat's besser geschmeckt.
    Es ging weiter und irgendwann landete dann noch etwas Muschelartiges auf meinem Teller. Ziemlich gross. Da ich noch ungeübt mit Stäbchen war, blieb mir nichts anderes übrig als zu versuchen irgendwie abzubeissen. Und es war wirklich das Allerwiderlichste, auf das ich jemals gebissen habe! Nur war jetzt eine Hälfte schon in meinem Mund und ich wollte es nicht ausspucken. Ich wollte doch am ersten Abend einen guten Eindruck machen. Also blieb mir nichts anderes übrig als das mit einem Riesenschluck Rotwein runterzuspülen. Fast hätt ich mich verschluckt, die Augen traten vor und ein paar Tränen kullerten... und dann sah ich wie ein paar Stühle weiter einfach jemand etwas auf den Tisch spukte. Inzwischen weiss ich, in China ist das völlig normal und kein Mensch sich darüber wundert.


  3. Die Schlange und die Singvögel
    Mal wieder ein Lieferantenbesuch, das Geschäft war schon lange abgeschlossen und ich wollte noch technische Abklärungen mit meinem Ingenieur Roman besprechen. Der Lieferant zeigte uns erst seine neuen Produktionsräume, dann ging es Richtung Restaurant und er fragt uns ob wir schon jemals Schlange hatten. Kollege Roman schreit begeistert "Nein, noch nie." und ich denke mir mal wieder "Na, bravo!" Einige Gerichte wurden aufgetragen, darunter auch kleine Singvögel am Stück (der Kopf war noch dran, die Federn nicht mehr), besser mal den Drehtisch weiterfahren lassen und zu den Fischstäbchen greifen. Und während ich auf so einem recht grätigen Stück rumkaute, fragte mich der Lieferant, ob die Schlange denn auch gut sei... Na bravo, da hatte ich ja wieder mal das Richtige erwischt.
Auch probiert, aber nicht in den Top 3 vertreten: "Entenwürstel" alias Entendarm, "spezielle Meeresfrucht" alias Kutteln, Eselfleisch, Stinkender Tofu... verweigert hab ich dafür Schweinehirn und Frosch am Stück.

28.11.09

Nachts sind alle Katzen grau

Samstag Abend, zwei Ladies im Ausgang...

23.11.09

Juhu!

Urban hat endlich seinen Flug gebucht und kommt mich drei Wochen im Januar besuchen. Nella ist auch schon ganz erfreut, bald einen Spielkameraden zu haben. Manchmal ist es ja schon etwas langweilig, wenn man tagsüber alleine in der Wohnung ist.

Aber es dauert ja nimmer lange: Bald wird sie eine Bürokatze in Qingpu und darf raus. Und bis dahin machen wir kleine Nachtspaziergänge an der Leine und es gibt ja auch noch das Katzenfernsehen. Denn immer wenn Claudia die Waschmaschine anstellt ist Action angesagt.


(Zum Abspielen des Videos auf den Pfeil in der Mitte drücken)

19.11.09

Es wird Winter in Shanghai...

Während Eva und ich vor zwei Wochen noch im T-Shirt durch die Stadt liefen und bestenfalls mal einen Pullover gebraucht haben, wurde es in der Woche danach erst regnerisch und letzte Woche dann richtig kalt. Inzwischen haben wir um die 5 Grad und es weht eine eisige Brise vom Meer.


Am Wochenende hat man das Gefühl, man möchte gar nicht aus dem Bett raus (vor allem wenn einem ein schnurrendes Etwas die Füsse wärmt). Und so haben Nella und ich den Samstag fernsehschauend und lesend im Bett verbracht. Herrlich! Damit wir zumindenst ned das ganze Wochenende faul sind, sind die Nella und ich heute zum Amtstierarzt gefahren. Sie braucht nämlich noch Chip, Tollwutimpfung und irgendso ne allgemeine Impfung.

Im Aufzug auf dem Weg, wusste sie noch nicht so recht, was los ist.

Im Taxi wurde sie schon mutiger und fast wär uns schlecht geworden...

... weil wir das miefigste Taxi in ganz Shanghai erwischt haben. Boah, war das übel.

Beim Tierarzt selber gab's dann grossen Katzenjammer. Besonders liebevoll waren die nämlich nicht. Meine deutsche Tierärtzin hier konnte der Nella ohne Probleme eine Spritze verpasst. Beim Amtstierarzt hat ihr eine die Hinterbeine festgehalten, einer die Vorderbeine und der Dritte hat's immer noch ned geschafft, ihr eine Spritze zu geben. Es war dann tatsächlich eine Halskrause nötig - tja, das Vieh hat eben Biss! Und ich war kurz davor, die drei Vollpfosten aus dem Raum zu schmeissen, weil die arme Kleine wie am Spiess geschrien hat. Nach 10 Minuten waren wir Gott sei Dank wieder draussen und werden den Amtstierarzt nur noch aufsuchen, wenn es sein muss.

Belohnt haben wir den Vierbeiner anschliessend mit Whiskas-Leckerlis und den Zweibeiner mit einem grossen Milchkaffee und Muffin beim Starbucks. Ach, Starbucks-Kaffee schmeckt einfach herrlich schön nach Sonntag.

Später am Nachmittag war ich dann noch bei meinem Lieblingsbäcker "Paul", der das beste Brot in ganz Shanghai anbietet.

Und beim anschliessenden Besuch im Supermarkt hab ich das Trocken-Huhn im Ganzen mal lieber links liegen gelassen...

... und stattdessen die Import-Ecke geplündert. :)

Und weil's gar so kalt ist, packen mich auch dieses Jahr wieder Oma Luises Gene und ich habe mich doch glatt mit Strickzeug eingedeckt! Mal sehen, was und ob's was wird.

8.11.09

Eva in Shanghai

Anfang November war Eva aus Hamburg ein paar Tage zu Besuch... Schon praktisch, wenn man bei meiner Lieblings-Fluggesellschaft arbeitet und günstige Flüge buchen kann.

Gemeinsam haben wir am Sonntag die Stadt besichtigt und einen Abstecher in die Shanghai Urban Planning Exhibition Hall (上海城市规划展览馆) gemacht. Ein wirkliches Muss, wenn man in der Stadt ist.

Dort gibt es eine Miniaturausgabe des chinesischen Expo-Pavillions zu bewundern, inklusive Nachtbeleuchtung auf Knopfdruck. Herrlich für Spielkinder. Der ganze innere Teil der Stadt ist nachmodeliert und zeigt bestehende und bereits genehmigte Gebäude.



Hier kann man den Stadtkern um Pudong und Bund bewundern. Der nächste grosse Wolkenkratzer befindet sich schon im Bau.






Und auch meine Strasse ist abgebildet. Aber mein Haus steht nicht mehr. :( Ob wohl schon ein neues Hochhaus dort genehmigt ist?



Hinterher haben wir noch ein wenig rumgeblödelt. Es gibt jetzt endlich ein Foto von mir mit Schlitzaugen in China. :)))















... und hier stellen Eva und ich HaiBao nach. Das Expo-Mascottchen, das meiner Meinung nach aussieht, als wäre es einer Zahnpastawerbung entsprungen.

4.11.09

Der Himmel den Bayern

Manchmal liegt das Glück so nah. Nur eine Taxifahrt nach Pudong entfernt, im Paulaner. Das Glück heisst "Hausgemachter Würstlschmaus mit Sauerkraut und Kartoffelpüree". Kein Scherz! Dazu noch zwei Weissbier (die Mass im Bild gehört Roman) und ein paar Brezen, die mit bayrischen leider nicht mithalten können. Aber 8000 km Entfernung lassen einen da ned so wählerisch sein und der Würstlschmaus hat's wett gemacht. Kugelrund und glücklich verabschiede ich mich nun in die Federn.

23.10.09

Hotel Claudia

Wahnsinn, seit der Wiesn sind schon gute drei Wochen vergangen und ich bin noch gar nicht dazu gekommen, hier mal wieder ein Update zu schreiben.

Die Wiesn war toll. Meine Mama war da, viele Freunde, der Urban hat vier Tage am Stück in München verbracht. Das Wetter war prima und die Arbeit ging uns dreien auch gut von der Hand. Leider war es gegen Ende dann fast ein wenig ruhig, weil viele Leute Angst hatten wegen der Bombendrohung. Glücklicherweise war es aber eine friedliche Wiesn.

Zurück in Shanghai warteten dann schon Martina und Philipp in meiner Wohnung. Sie befinden sich gerade viereinhalb Monate auf Weltreise und haben zwei Wochen in China verbracht.

Gemeinsam haben wir die Stadt ein wenig besichtigt, waren auf dem Kleidermarkt und haben uns neue Sachen schneidern lassen. Tagsüber hat Nella die beiden beschäftigt ;) und abends haben wir Shanghai unsicher gemacht.

Zwischendurch war ich noch auf der Hochzeit meiner Chinesisch-Lehrerin eingeladen. Die Einladung lud zu einem Abend in ein Hotel ein, von 18 bis 21 Uhr. Um kurz vor sechs traf ich im Restaurant ein, von jedem wurde ein Bild mit dem Brautpaar gemacht. Ich nahm am "Langnasen"-Tisch Platz und stellte fest, dass wir fast allesamt overdressed waren. Ich trug mein Knitterkostüm, die Herren Anzug und die anderen Damen hatten auch schöne Kleider an. Die Chinesen nahmen das wesentlich lockerer. Einige waren sehr fein und einige in Turnschuhen unterwegs.


Die Braut selbst trug in den drei Stunden drei verschiedene Kleider. Das klassische Weisse, in dem die Ringe getauscht wurden. Ein violettes, in dem sie und ihr Mann auch ein Ständchen sangen und ein rotes chinesisches Gewand. In diesem wurde auch die tradionelle Zermonie nachgestellt. Es stellte sich nämlich heraus, dass das Paar eigentlich schon seit Mai verheiratet ist und die Feier für die Shanghaier Freunde veranstaltet wurde. In China keine Seltenheit. Auch die Hochzeitsfotos werden schon in den Wochen davor gemacht, mit einem Riesenaufwand an Stylisten, Friseuren und Bildbearbeitungsprogrammen. Jede Braut sieht aus wie auf dem Cover eines Hochglanzmagazins. Auch meine Lehrerin kam deutlich besser weg (was nicht heisst, dass sie hässlich wäre).

Gegen Ende des Abendessen gab es noch Spiele wie Kuchenwettessen, Lieder erraten und die chinesische Form des Brautstrauss-Werfens. Da "durfte" ich mitmachen. Am Brautstrauss waren jede Menge roter Bänder befestigt, aber nur eines wirklich mit dem Strauss verbunden. Meines war glücklicherweise lose, durfte doch der Gewinner zum Dank vor allen Gästen singen. Das wär ja mein Untergang geworden. Um Punkt 21 Uhr war die Party dann auch vorbei und alles ging wieder heim - nicht ohne vorher noch einen roten Umschlag mit Banknoten dazulassen.

Nach einer Woche machten sich Philipp und Martina weiter nach Australien auf. Und am selben Abend trafen Ralph und Evelyne aus Japan ein. Die beiden sind ebenfalls vier Monate auf Weltreise.
Nachdem Nella bei so viel Besuch ein wenig aufgeregt war, hab ich ihr beim IKEA den teuersten Kratzbaum ganz Chinas gekauft (sie hatten auch genau einen auf Lager). Und den haben wir nach dem Weggehen zusammen mit Max um 3 Uhr morgens aufgebaut.



Nella liebt diesen Baum und wartet jeden Tag oben auf ihm, wenn ich heimkomme. Und wo man jetzt soviel Energie damit verbringen kann, da rauf und runter zu rennen, ist es auch wesentlich ruhiger bei mir daheim.

21.9.09

Sendepause

Vom 19. September bis 4. Oktober gibt's kaum was neues hier.

Dafür könnt Ihr mich im Armbrustschützenzelt in der Boxe Luchs besuchen. Zusammen mit Drea und Christina geniesse ich auch heuer wieder Münchens schönste Jahreszeit.

Ich freu mich auf Euren Besuch!

13.9.09

Party, Würfel und eine kaputte Brille

Gestern habe ich meine Arbeitskollegen zu einer ersten Party in meiner Wohnung eingeladen. Die Idee war auch, Clelia und Guiseppe besser kennenzulernen. Sie werden Roman und mich (rechts) bald mit einer ähnlichen Aufgabe in China verstärken. Wir sind gespannt.

Mit 13 Leuten war die Wohnung bald gut gefüllt. Glücklicherweise hat Roman Bierkisten und Einkäufe mit mir geschleppt und Max den Kochlöffel geschwungen. Praktisch wenn der Kollege 20 Jahre als Koch gearbeitet hat und dann bestes Bruschetta und Chili con Carne serviert. :) War als Basis für die Party auch gut - wurde doch zu späterer Stunde heftigst um die Wette gewürfelt... irgendso ein chinesisches Spiel wie unser Mäxle (Meiern für die Schweizer).

Als zum Schluss nur noch der harte Kern übrig blieb, sind wir zu sechst weiter in eine Disko gezogen und gerieten prompt unverschuldet in ein Handgerangel. Unsere Herren hätten sich etwas cooler verhalten und mal Fünfe grade sein lassen sollen. Tja, und weil ich zwischen drin steckte, um Schlimmeres zu vermeiden, ging auch noch meine Brille kaputt. Der Chinese auf der anderen Seite des Gerangels bekam sie in die Hand und hat ein Glas rausgedrückt. Mir ist das auch nicht gleich aufgefallen, wenigstens konnte ich ihm die Brille wieder abnehmen... Ende der Geschichte war, dass sie Roman und Max rausgeschmissen haben und wir uns ein neues Lokal gesucht haben. In dem war dann auch wesentlich weniger los, bessere Stimmung und wir haben bis in die frühen Morgenstunden wild (aber friedlich) getanzt.

Bald Neu-Chinese Guiseppe mit unserem Montage-Spezialisten Mirko (links)

Bei Max & Co. wurde im Wohnzimmer über das Leben in China diskutiert (unten links)

Rock, Roman und Markus wissen da schon mehr (unten rechts)



13.9.09

Vorher-Nachher-Show

Wenn man Nella bei einer Vorher-Nachher-Show anmelden würde, dann würde sie ganz sicher den 1. Platz machen. Nach zwei Tierarztbesuchen, drei Bädern und ein bisschen Maniküre/Pediküre, ist sie wirklich eine ganz Hübsche geworden. Der Pilz ist ganz verschwunden, ihr Fell ist seidig und glänzt.


Mitte Juli in der Kiste auf dem Weg zum Tierarzt (links) und gestern mit 9 Wochen



Mit ihren zwei Wochen war die Kuscheltier-Maus noch grösser und sie hat vor allem geschlafen (links). Derzeitiges Lieblingsspielzeug ist eine Spiralnudel am Band.

5.9.09

Hangzhou

Es tut mir leid, dass ich den Blog seit geraumer Zeit etwas vernachlässigt habe. Seit ich wieder aus der Schweiz zurück bin, waren meine Wochen meist mit 70 Arbeitsstunden vollgepackt. Keine Entschuldigung und vor allem kein Dauerzustand.

Aber nichts destotrotz bleibt Zeit, um Shanghai und die Arbeit hinter mir zu lassen. Nun zumindest fast. :) Zuerst haben Roman, unser Schweizer Kollege Marcel und ich einen Motor-Lieferanten in Ningbo besichtet und haben uns hinterher nach Hangzhou aufgemacht.



Hangzhou liegt 200 km im Westen von Shanghai und ist ein berühmtes Ausflugsziel. Schon die alten Kaiser fuhren gerne an den Westsee.

Als wir Samstag Abends im Hotel ankamen, gab es allerdings eine Überraschung: Ich war die einzige, die ihren Reisepass dabei hatte. Und das Hotel war nicht willens, die beiden anderen mit Personalausweis einzuchecken. Um 7 Uhr abends wollte ich auch nicht mehr ewig nach einem Hotel zu suchen, dass uns für die eine Nacht vielleicht eingecheckt hätte. Zumal die Managerin behauptet hat, das würde kein Hotel machen. Also hab ich mit meinem Pass ein Zwei-Bett-Zimmer bestellt, Marcel hat bezahlt und Roman bekam ein Beistellbett.

Nach einem netten italienischen Abendessen und frühen ins Bettgehen, haben wir uns am Sonntag Hangzhou angesehen. Angefangen haben wir mit Lingyin Si, dem "Tempelkloster der wunderwirkenden Weltferne". Keine ganz exklusive Idee - auch circa einige andere Tausend Chinese hatten die Idee. Angefangen bei der Familie, die dafür gebetet hat, dass aus ihrem Sohn ein "Good Boy" wird bis hin zum ACDC-Fan. Der wusste allerdings wohl nicht, was da auf seinem T-Shirt stand.

Im Anschluss sind wir dann weiter nach Longjing gefahren. Ein kleines verschlafenes Dorf in den Bergen, wo es den berühmtesten Tee Chinas gibt: Der sogenannte Drachenbrunnen-Tee. Roman hat gleich auch mal für uns den Riechtest übernommen und wir haben ein Glas Tee genossen. Leider wurden wir dann immer wieder vom Regen überrascht. Nach einem Zwischenstopp im Seidenmuseum, wo wir uns ausführlich über Seide und alte Webstühle informiert haben, haben wir uns mit einem Riesenpot heisser Nudelsuppe wieder aufgewärmt haben und sind mit dem Zug wieder nach Shanghai zurück.



25.7.09

Shanghai Sightseeing

Ein Wochenende mit schönen, aber wenigstens nicht brütend heissen Wetter bietet sich zum Sightseeing an. Und Roman und ich haben uns an diesem Samstag die Shanghaier Altstadt vorgenommen. Nun, Altstadt ist wohl das falsche Wort. Die Chinesen haben nämlich den Grossteil abgerissen und im alten Stil wieder aufgebaut. Trotzdem schlägt hier das Herz der Stadt und es herrscht quirliges Basartreiben.

Hinter der neuen "Altstadt" erhebt sich das wirklich neue China mit dem JinMao und dem World Financial Tower



Auch auf der Zickzackbrücke mit den neun Ecken tummeln sich unglaublich viele Leute. Diese hält böse Geister fern, da die nicht um Ecken gehen können. Roman und ich gönnten uns erstmal eine Auszeit vom ganzen Treiben und eine Tasse Tee im Teehaus Huxinting. Dort gibt kunstvoll gebundene Tees, die in den Kannen zu Blumen erblühen.



Im Teehaus hat man einen phantastischen Blick auf die Zickzackbrücke und kann die aufgehenden Blüten in
der Teekanne bewundern
.




Im Garten
Frisch erholt machten wir uns auf in den Yu Yuan, den "Garten der Zufriedenheit". Angelegt von einem Beamten als Ruhesitz zu Zeiten der Ming-Dynastie und von Kaufleuten im 18. Jahrhundert weiterentwickelt, ist der Garten eines der wenigen Dinge in der Altstadt, das tatsächlich alt ist.

Der Garten lässt den Trubel aussen vor und man kann die vielen kleinen Pagoden, Bonsais und Teiche geniessen.


Fast vergisst man die anderen Besucher, die sich in der verzweigten Gartenanlage verlaufen. Aber spätestens am Ausgang trifft man wieder auf den turbulenten Basar der "Altstadt".












Am Abend
Später haben wir Nella noch ein wenig auf Trab gehalten - oder vielmehr sie uns. Nach einer Woche bei mir hat sie ordentlich zugelegt, das Fell an den Pfoten wächst nach und sie spielt jetzt wahnsinnig gerne. Nur für eine Spritze Milch lässt sie immer noch alles stehen und liegen.