Zwei Wochen zurück in Europa, schön langsam kommt die Seele nach. Und trotzdem fühlt sich noch vieles irreal an. China ist vorbei, Europa noch nicht ganz da. Es braucht wohl einfach eine Weile.
Mit den ersten Jobinterviews und dem Skiurlaub am Matterhorn blieb wenig Zeit richtig anzukommen. Als Zuckerl obendrein hat es der BMW kurz vor Zermatt nicht mehr durch die Fahrzeugkontrolle geschafft. Na bravo, jetzt auch noch ohne fahrbaren Untersatz.
Aber vielleicht hilft ein wenig Entschleuningung ja auch. Bleiben wir also gespannt, was kommt. Aber das wird dann nicht mehr in diesem Blog stehen und Ihr müsst mich schon selber fragen.
Abenteuer im Reich der Mitte
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Schneeverwehungen, Strassensperrungen, Unfälle und abgesagte Flüge. Die Nachrichten aus Europa zum Wetterchaos nehmen kein Ende und ich hoffe, es geht Euch allen gut.
Die Nachrichten aus China klingen bei Euch wohl ähnlich. Rosemarie schreibt "nach den Radio-Nachrichten schauen in China nur noch die Spitzen der Wolkenkratzer aus den Schneemassen." Wenn das so stimmen würde, dann könnte ich vermutlich direkt ins Freie spazieren. Nella wäre höchst erfreut über den erweiterten Auslauf und würde unermüdlich Schneeflocken hinterher jagen. Urban könnte dann Skifahren gehen und am Balkon würden wir zum Après-Ski Glühwein verkaufen und Hütten-Musi spielen. Das wär sicher der Renner in Shanghai.
Während sich Peking aber über die Schneemassen freut und schon Skifahrer am Olympiastadion gesichtet worden, ist es in Shanghai nur nass, kalt und neblig. Seit gestern regnet es, die Temperatur liegt irgendwo um die Null Grad und die Gipfel der Hochhäuser verschwinden in den Nebel-Wolken. Schade eigentlich...
Jedenfalls haben mich heuer 8000 km Entfernung davon abgehalten, Vanillekipferl zu wuzeln und Spitzbuben auszustechen und Lukulus-Masse zu rühren. Aber dabei war ich trotzdem. Denn Mamas Geburtstagsgeschenk erwies sich einmal mehr als goldrichtig und wir haben vier Stunden lang geskypt. Auf der einen Seite die Plätzerl-Bäcker in Altötting - auf der anderen Seite Nella und ich, die zugeschaut und dabei einen Schal gestrickt haben. Herrlich, oder?
Elisabeth und Rosemarie wuzeln Vanillekipferl während Nella und ich zuschauen.
Wahnsinn, seit der Wiesn sind schon gute drei Wochen vergangen und ich bin noch gar nicht dazu gekommen, hier mal wieder ein Update zu schreiben.
Die Wiesn war toll. Meine Mama war da, viele Freunde, der Urban hat vier Tage am Stück in München verbracht. Das Wetter war prima und die Arbeit ging uns dreien auch gut von der Hand. Leider war es gegen Ende dann fast ein wenig ruhig, weil viele Leute Angst hatten wegen der Bombendrohung. Glücklicherweise war es aber eine friedliche Wiesn.
Zurück in Shanghai warteten dann schon Martina und Philipp in meiner Wohnung. Sie befinden sich gerade viereinhalb Monate auf Weltreise und haben zwei Wochen in China verbracht.
Gemeinsam haben wir die Stadt ein wenig besichtigt, waren auf dem Kleidermarkt und haben uns neue Sachen schneidern lassen. Tagsüber hat Nella die beiden beschäftigt ;) und abends haben wir Shanghai unsicher gemacht.
Zwischendurch war ich noch auf der Hochzeit meiner Chinesisch-Lehrerin eingeladen. Die Einladung lud zu einem Abend in ein Hotel ein, von 18 bis 21 Uhr. Um kurz vor sechs traf ich im Restaurant ein, von jedem wurde ein Bild mit dem Brautpaar gemacht. Ich nahm am "Langnasen"-Tisch Platz und stellte fest, dass wir fast allesamt overdressed waren. Ich trug mein Knitterkostüm, die Herren Anzug und die anderen Damen hatten auch schöne Kleider an. Die Chinesen nahmen das wesentlich lockerer. Einige waren sehr fein und einige in Turnschuhen unterwegs.
Die Braut selbst trug in den drei Stunden drei verschiedene Kleider. Das klassische Weisse, in dem die Ringe getauscht wurden. Ein violettes, in dem sie und ihr Mann auch ein Ständchen sangen und ein rotes chinesisches Gewand. In diesem wurde auch die tradionelle Zermonie nachgestellt. Es stellte sich nämlich heraus, dass das Paar eigentlich schon seit Mai verheiratet ist und die Feier für die Shanghaier Freunde veranstaltet wurde. In China keine Seltenheit. Auch die Hochzeitsfotos werden schon in den Wochen davor gemacht, mit einem Riesenaufwand an Stylisten, Friseuren und Bildbearbeitungsprogrammen. Jede Braut sieht aus wie auf dem Cover eines Hochglanzmagazins. Auch meine Lehrerin kam deutlich besser weg (was nicht heisst, dass sie hässlich wäre).
Gegen Ende des Abendessen gab es noch Spiele wie Kuchenwettessen, Lieder erraten und die chinesische Form des Brautstrauss-Werfens. Da "durfte" ich mitmachen. Am Brautstrauss waren jede Menge roter Bänder befestigt, aber nur eines wirklich mit dem Strauss verbunden. Meines war glücklicherweise lose, durfte doch der Gewinner zum Dank vor allen Gästen singen. Das wär ja mein Untergang geworden. Um Punkt 21 Uhr war die Party dann auch vorbei und alles ging wieder heim - nicht ohne vorher noch einen roten Umschlag mit Banknoten dazulassen.
Nach einer Woche machten sich Philipp und Martina weiter nach Australien auf. Und am selben Abend trafen Ralph und Evelyne aus Japan ein. Die beiden sind ebenfalls vier Monate auf Weltreise.
Nachdem Nella bei so viel Besuch ein wenig aufgeregt war, hab ich ihr beim IKEA den teuersten Kratzbaum ganz Chinas gekauft (sie hatten auch genau einen auf Lager). Und den haben wir nach dem Weggehen zusammen mit Max um 3 Uhr morgens aufgebaut.

Nella liebt diesen Baum und wartet jeden Tag oben auf ihm, wenn ich heimkomme. Und wo man jetzt soviel Energie damit verbringen kann, da rauf und runter zu rennen, ist es auch wesentlich ruhiger bei mir daheim.
Labels: China, Europa, Leben, Nella, Sightseeing
Vom 19. September bis 4. Oktober gibt's kaum was neues hier.
Dafür könnt Ihr mich im Armbrustschützenzelt in der Boxe Luchs besuchen. Zusammen mit Drea und Christina geniesse ich auch heuer wieder Münchens schönste Jahreszeit.
Ich freu mich auf Euren Besuch!
Jetzt sind es nur noch 11 Tage, dann geht's los Richtung China. Abflug ist am 30.4. Und eigentlich ist auch alles parat. Nur das Visum und ein paar Versicherungen fehlen - aber alles ist in Arbeit.
Am Wochenende war ich nochmal in Altötting. Extra angereist zur Eröffnungsfeier von Dreas Werbeagentur pfennigturm, zur Rückkehr von Mama und Rosemarie aus Santiago de Compostela und natürlich um mich vom Peterl zu verabschieden.
Bei ihr fiel's mir ehrlich gesagt am schwersten, weil ich nicht weiss, ob ich das geliebte Vieh noch mal seh. Der Peterl hat seit einigen Monaten einen Tumor an der Pfote und mit ihren fast 20 Jahren würde sie eine Narkose nimmer überleben. Umso schlimmer ist, dass es ihr eigentlich noch so gut geht.
Von daher, geniess den Sommer mit Mama und mach's Dir richtig schön. Wir sehen uns dann via Skype!