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6.2.10

Arme Maus!

Das arme Viecherl wurde gestern um mögliche Nachkommen gebracht. Um 10 Uhr hab ich sie beim Tierarzt abgeliefert und am Nachmittag durfte ich sie wieder abholen. Ganz arm schaute sie aus und stinken tut sie wie ein Iltis. Leicht desorientiert wackelte sie in der Wohnung rum bis ich sie in die Küche einsperrte, wo sie im Körbchen wieder einschlief.

Ich war eh schon zu spät dran für die Jahresfeier der Firma. Als ich endlich im Restaurant eintraf, konnte ich die Meute schon von weitem hören. Die Zeit vor dem Frühlingsfest ist von einer ganz speziellen Atmosphäre geprägt - in diesem Fall kamen noch Unmengen von Alkohol dazu. Nachdem das Restaurant in europäischen Augen wirklich nicht gut war und es natürlich keine billigen Sattmacher wie Reis gab, hatten wir Europäer ziemlich Hunger und einige von uns bald einen ziemlichen Rausch.

Ich hatte die Ehre ganz vorne am ersten Tisch neben dem General Manager zu sitzen, der ganz schön einen sitzen hatte. Schliesslich musste der arme Kerl mit jedem Tisch trinken und es waren 17 Tische insgesamt. Bei der Tombola musste er nicht nur Geld spendieren, sondern es wurde auch ein Kuss von ihm verlost. Den dann einer unserer Monteure gewann und in eine Umarmung umgewandelt wurde. Bei der Tombola gewann ich nichts, dafür durfte ich mit allen Einkäufern und Ingenieuren trinken. Und nachdem sich einer wahrlich Mut angetrunken hatte, hat er mir gestanden, dass ich wirklich seine Traumfrau sei. Wenn er nicht verheiratet wäre. :)

Glücklicherweise war die Party von 17-20 Uhr angesetzt. Und sie war auch pünktlich vorbei! Es war auch gut, dass einige von uns nach Hause kamen. Ich fuhr im Wagen unseres General Managers zurück Richtung Stadt. Dem wurde es nach Trinken mit den 17 Tischen und kaum Essen dann doch zu viel und wir musste einige Stops einlegen. :))

Mir geht's heute sicher besser als ihm. Ich liege faul in alten Klamotten auf der Couch, schaue Sex and the City und schreibe einen Blog. Die Katze liegt auf meinem Bauch. Sie schläft - und leider stinkt sie nach wie vor wie ein Iltis. Noch kann ich sie nicht einmal mit Thunfisch zum Fressen überreden. Hoffentlich wird die arme Maus bald wieder.

24.1.10

Urbanes Shanghai

Nach drei Wochen ist Urban jetzt leider wieder abgereist. Aber es dauert ja nicht mehr lange und dann sehen wir uns schon wieder. In sechs Wochen komme ich ja auch schon zurück.

Damit der Herr Mäder auch endlich mal bei seiner Doktorarbeit vorwärts kommt, hat er sich drei Wochen in die chinesische Klausur begeben und wurde nur von Nella abgehalten. Ich war nämlich tagsüber selbst in der Arbeit. Die Kleine hat sich gefreut endlich einen Spielkamaraden über den ganzen Tag zu haben und nachdem sie vorzugsweise Ball spielt oder auf der Computertastatur pennt (da ist's halt so schön warm), hat sie Urban wohl das ein oder andere Mal zu Verzweiflung getrieben. Aber sonst wär's ihm ja vielleicht auch langweilig geworden.










Da hatten sich zwei sehr gern



Aber am Abend und am Wochenende waren wir selbstverständlich auch in der Stadt unterwegs. So waren wir an einem Abend in den zwei höchsten Gebäuden auf einen Drink. Die Bar im Shanghai WFC (492 m, rechts im Bild) war moderner und ihre Cocktails eindeutig besser. Die
Cloud 9-Bar im Jin Mao Tower (421 m, links) ist dafür gemütlicher, hat auch brauchbare Cocktails und vor allem keinen Mindestumsatz für Fensterplätze.








Natürlich waren wir auch noch im Yu Garten, dem Sightseeing-Klassiker in Shanghai. Versteckt in der neu erbauten Altstadt (eine Blasphemie an sich), ist er eines der wenigen Bauten in Shanghai die wirklich alt sind.










Und in die Urban Planning & Exhibition Hall am Peoples Square mussten wir natürlich auch. Hier gibt's Shanghai von oben zu bestaunen und Gebäude im Bau werden auch schon dargestellt. Das WFC und der Jin Mao Tower werden bald von einem noch höherem Gebäude überholt.

17.12.09

Alle Jahre wieder!

Alle Jahre wieder backen Mama, Rosemarie und Elisabeth ich Plätzerl für Weihnachten. Ich glaube, wir hatten heuer sogar 25jähriges Jubiläum. Ich kann mich natürlich nicht an unsere Anfänge erinnern - aber wahrscheinlich waren Mama und Rosemarie arg beschäftigt, mich davon abzuhalten die Marmelade auf der Wand anstatt auf den Spitzbuben zu verteilen. Mit tatkräftiger Verstärkung von Lisabeth.

Jedenfalls haben mich heuer 8000 km Entfernung davon abgehalten, Vanillekipferl zu wuzeln und Spitzbuben auszustechen und Lukulus-Masse zu rühren. Aber dabei war ich trotzdem. Denn Mamas Geburtstagsgeschenk erwies sich einmal mehr als goldrichtig und wir haben vier Stunden lang geskypt. Auf der einen Seite die Plätzerl-Bäcker in Altötting - auf der anderen Seite Nella und ich, die zugeschaut und dabei einen Schal gestrickt haben. Herrlich, oder?

Elisabeth und Rosemarie wuzeln Vanillekipferl während Nella und ich zuschauen.

28.11.09

Nachts sind alle Katzen grau

Samstag Abend, zwei Ladies im Ausgang...

23.11.09

Juhu!

Urban hat endlich seinen Flug gebucht und kommt mich drei Wochen im Januar besuchen. Nella ist auch schon ganz erfreut, bald einen Spielkameraden zu haben. Manchmal ist es ja schon etwas langweilig, wenn man tagsüber alleine in der Wohnung ist.

Aber es dauert ja nimmer lange: Bald wird sie eine Bürokatze in Qingpu und darf raus. Und bis dahin machen wir kleine Nachtspaziergänge an der Leine und es gibt ja auch noch das Katzenfernsehen. Denn immer wenn Claudia die Waschmaschine anstellt ist Action angesagt.


(Zum Abspielen des Videos auf den Pfeil in der Mitte drücken)

23.10.09

Hotel Claudia

Wahnsinn, seit der Wiesn sind schon gute drei Wochen vergangen und ich bin noch gar nicht dazu gekommen, hier mal wieder ein Update zu schreiben.

Die Wiesn war toll. Meine Mama war da, viele Freunde, der Urban hat vier Tage am Stück in München verbracht. Das Wetter war prima und die Arbeit ging uns dreien auch gut von der Hand. Leider war es gegen Ende dann fast ein wenig ruhig, weil viele Leute Angst hatten wegen der Bombendrohung. Glücklicherweise war es aber eine friedliche Wiesn.

Zurück in Shanghai warteten dann schon Martina und Philipp in meiner Wohnung. Sie befinden sich gerade viereinhalb Monate auf Weltreise und haben zwei Wochen in China verbracht.

Gemeinsam haben wir die Stadt ein wenig besichtigt, waren auf dem Kleidermarkt und haben uns neue Sachen schneidern lassen. Tagsüber hat Nella die beiden beschäftigt ;) und abends haben wir Shanghai unsicher gemacht.

Zwischendurch war ich noch auf der Hochzeit meiner Chinesisch-Lehrerin eingeladen. Die Einladung lud zu einem Abend in ein Hotel ein, von 18 bis 21 Uhr. Um kurz vor sechs traf ich im Restaurant ein, von jedem wurde ein Bild mit dem Brautpaar gemacht. Ich nahm am "Langnasen"-Tisch Platz und stellte fest, dass wir fast allesamt overdressed waren. Ich trug mein Knitterkostüm, die Herren Anzug und die anderen Damen hatten auch schöne Kleider an. Die Chinesen nahmen das wesentlich lockerer. Einige waren sehr fein und einige in Turnschuhen unterwegs.


Die Braut selbst trug in den drei Stunden drei verschiedene Kleider. Das klassische Weisse, in dem die Ringe getauscht wurden. Ein violettes, in dem sie und ihr Mann auch ein Ständchen sangen und ein rotes chinesisches Gewand. In diesem wurde auch die tradionelle Zermonie nachgestellt. Es stellte sich nämlich heraus, dass das Paar eigentlich schon seit Mai verheiratet ist und die Feier für die Shanghaier Freunde veranstaltet wurde. In China keine Seltenheit. Auch die Hochzeitsfotos werden schon in den Wochen davor gemacht, mit einem Riesenaufwand an Stylisten, Friseuren und Bildbearbeitungsprogrammen. Jede Braut sieht aus wie auf dem Cover eines Hochglanzmagazins. Auch meine Lehrerin kam deutlich besser weg (was nicht heisst, dass sie hässlich wäre).

Gegen Ende des Abendessen gab es noch Spiele wie Kuchenwettessen, Lieder erraten und die chinesische Form des Brautstrauss-Werfens. Da "durfte" ich mitmachen. Am Brautstrauss waren jede Menge roter Bänder befestigt, aber nur eines wirklich mit dem Strauss verbunden. Meines war glücklicherweise lose, durfte doch der Gewinner zum Dank vor allen Gästen singen. Das wär ja mein Untergang geworden. Um Punkt 21 Uhr war die Party dann auch vorbei und alles ging wieder heim - nicht ohne vorher noch einen roten Umschlag mit Banknoten dazulassen.

Nach einer Woche machten sich Philipp und Martina weiter nach Australien auf. Und am selben Abend trafen Ralph und Evelyne aus Japan ein. Die beiden sind ebenfalls vier Monate auf Weltreise.
Nachdem Nella bei so viel Besuch ein wenig aufgeregt war, hab ich ihr beim IKEA den teuersten Kratzbaum ganz Chinas gekauft (sie hatten auch genau einen auf Lager). Und den haben wir nach dem Weggehen zusammen mit Max um 3 Uhr morgens aufgebaut.



Nella liebt diesen Baum und wartet jeden Tag oben auf ihm, wenn ich heimkomme. Und wo man jetzt soviel Energie damit verbringen kann, da rauf und runter zu rennen, ist es auch wesentlich ruhiger bei mir daheim.

13.9.09

Vorher-Nachher-Show

Wenn man Nella bei einer Vorher-Nachher-Show anmelden würde, dann würde sie ganz sicher den 1. Platz machen. Nach zwei Tierarztbesuchen, drei Bädern und ein bisschen Maniküre/Pediküre, ist sie wirklich eine ganz Hübsche geworden. Der Pilz ist ganz verschwunden, ihr Fell ist seidig und glänzt.


Mitte Juli in der Kiste auf dem Weg zum Tierarzt (links) und gestern mit 9 Wochen



Mit ihren zwei Wochen war die Kuscheltier-Maus noch grösser und sie hat vor allem geschlafen (links). Derzeitiges Lieblingsspielzeug ist eine Spiralnudel am Band.

25.7.09

Shanghai Sightseeing

Ein Wochenende mit schönen, aber wenigstens nicht brütend heissen Wetter bietet sich zum Sightseeing an. Und Roman und ich haben uns an diesem Samstag die Shanghaier Altstadt vorgenommen. Nun, Altstadt ist wohl das falsche Wort. Die Chinesen haben nämlich den Grossteil abgerissen und im alten Stil wieder aufgebaut. Trotzdem schlägt hier das Herz der Stadt und es herrscht quirliges Basartreiben.

Hinter der neuen "Altstadt" erhebt sich das wirklich neue China mit dem JinMao und dem World Financial Tower



Auch auf der Zickzackbrücke mit den neun Ecken tummeln sich unglaublich viele Leute. Diese hält böse Geister fern, da die nicht um Ecken gehen können. Roman und ich gönnten uns erstmal eine Auszeit vom ganzen Treiben und eine Tasse Tee im Teehaus Huxinting. Dort gibt kunstvoll gebundene Tees, die in den Kannen zu Blumen erblühen.



Im Teehaus hat man einen phantastischen Blick auf die Zickzackbrücke und kann die aufgehenden Blüten in
der Teekanne bewundern
.




Im Garten
Frisch erholt machten wir uns auf in den Yu Yuan, den "Garten der Zufriedenheit". Angelegt von einem Beamten als Ruhesitz zu Zeiten der Ming-Dynastie und von Kaufleuten im 18. Jahrhundert weiterentwickelt, ist der Garten eines der wenigen Dinge in der Altstadt, das tatsächlich alt ist.

Der Garten lässt den Trubel aussen vor und man kann die vielen kleinen Pagoden, Bonsais und Teiche geniessen.


Fast vergisst man die anderen Besucher, die sich in der verzweigten Gartenanlage verlaufen. Aber spätestens am Ausgang trifft man wieder auf den turbulenten Basar der "Altstadt".












Am Abend
Später haben wir Nella noch ein wenig auf Trab gehalten - oder vielmehr sie uns. Nach einer Woche bei mir hat sie ordentlich zugelegt, das Fell an den Pfoten wächst nach und sie spielt jetzt wahnsinnig gerne. Nur für eine Spritze Milch lässt sie immer noch alles stehen und liegen.

19.7.09

Nella im Glück

Am Dienstag ist uns in der Firma eine kleine Katze zugelaufen. Herzzereissend hat sie miaut und ganz klein war sie. Irgendwann hat sie jemand in eine Papierkiste gesetzt und ihr etwas Milch gegeben. Von da an lebte sie mit ihrem Karton neben dem Haus der Wachmannschaft am Firmeneingang. Am Freitag sah das arme Ding so mitgenommen aus (siehe rechts), dass ich ihr einen Tierarztbesuch und eine neue wasserdichte Behausung spendieren wollte. Eine weitere Woche hätte sie so garantiert nicht überlebt. Mein Plan war, sie ein wenig aufpäppeln zu lassen und sie anschliessend in der Firma weiter zu versorgen.


Kollege Max (mit Auto und Chinesisch-Kenntnissen) war schnell überredet, mich samt Katze dort hin zu bringen. Die Tierärztin und ihre Mädels waren etwas schockiert, mit welchem Fellbündel wir dort ankamen. Aber nach die Kleine mal gebadet war, eine Spritze und Entwurmung hinter sich hatte, sah sie gleich viel besser aus. Auch wenn das Herz arg "bumperte" und sie sich nur bei Max verkriechen wollte. Die Tierärztin hat uns dann aber auch klar gemacht, dass sie erst 2 Wochen alt ist und noch nicht alleine überleben kann. Und dass noch gar nicht sicher ist, ob sie überhaupt die nächsten 4 Wochen überlebt.

Tja, und nun teilen sich Max, mein Schweizer Kollege Roman und ich das "Sorgerecht" und kümmern uns abwechselnd um sie. Wir haben sie "Fortunella" oder kurz "Nella" getauft, weil sie offensichtlich Glück hatte und sich die richtige Firma ausgesucht hat. Und dass sie überlebt hat ist auch ein kleines Wunder: Die Ratten, die so rund um unsere Firma leben, dürften gut das doppelte Kampfgewicht der Kleinen aufweisen.

Wenn sie jetzt noch Glück hat - woran ich fest glaube - und den nächsten Monat auch überlebt, dann können wir sie irgendwann wieder als Firmenkatze halten, oder hier in der Shanghaier Tiervermittlung anmelden oder sie in meiner Nachbarschaft leben lassen, wo die Katzen allabendlich an der Hecke gefüttert werden. Da finden wir dann schon eine Lösung.

Erstmal schauen wir, dass sie morgen ihre Milch trinkt, viel isst und dann auch brav ihr Geschäft macht. Nachdem wir uns schon Sorgen machten, weil sie einen Tag lang absolut nichts hinterlassen hat, fanden wir heute Nachmittag des Rätsels Lösung. Das Katzenklo war noch nicht installiert und ohne so ein bisschen Kies zum Verscharren, wollte Madame absolut nicht. Zwei Wochen alt und ohne Aufwand schon stubenrein. Es geht gut los.




Das sieht die Welt schon besser aus - frisch gebadet, in neuem Körbchen und mit einer Spielzeug-Maus, die fast grösser ist als man selbst.