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14.2.10

KA-WUMM!

Das chinesische Sylvester gestern startete geräuschvoll bereits im Morgengrauen. Punkt 6 Uhr früh schoss einer in der Nachbarschaft ein paar Hundert China-Böller ab und an Schlaf war nicht mehr zu denken. Aber es stimmt, pünktlich zum Frühlingsfest fangen die Knospen an zu blühen.


Auch tagsüber hörten wir es immer wieder knallen. Wir fingen unseren Tag am People's Square an, dem Volksplatz im Herzen Shanghais. Die Oper findet sich dort und auch das Rathaus, ein kommunistischer Bau par excellence. Wir haben dem Urban Planning & Exhibition Center einen Besuch abgestattet. Die Ministadt ist schliesslich ein Muss hier in Shanghai.

In der Urban Planning & Exhibition Hall sieht man Shanghai ganz genau von oben








Annemarie und Mama posieren mit HaiBao, dem Expo-Maskottchen.














Vom Volksplatz aus sind wir weiter Richtung Altstadt gebummelt. Dort wurden Unmengen von Dekorationen fürs neue Jahr verkauft. Tibetische Knoten, Lampions, Tiger-Girlanden - alles, was das chinesische Herz begehrt. Auch wir haben uns ein wenig mit Tiger-Bildern und Lampions eingedeckt.

Weiter ging die Tour durch die Anren Jie, einer wirklich alten Gasse. Wäsche wurde an langen Stangen getrocknet, Mini-Restaurants boten Nudelsuppe und Dim Sum feil, die Läden im Erdgeschoss verkauften allen möglichen Kram.











Später besuchten wir den Stadtgott-Tempel und natürlich auch den "Garten der Zufriedenheit" Yu Yuan. Nicht ohne uns vorher mit einer guten Tasse Tee zu stärken.

Mama beobachte die Kellnerin bei der Tee-Zeremonie

Annemarie und ich geniessen unseren Tee im Shanghai Old Teahouse











Anschliessend besuchten wir den Garten der Zufriedenheit








Und am Abend haben wir selbstverständlich das chinesische Sylvester mitgefeiert. Es krachte nicht erst zu Mitternacht sondern bereits den ganzen Nachmittag. Gegen 12 Uhr wurde das Geknalle immer mehr! Es ging die halbe Nacht so weiter bis auch der schiesswütigste Chinese genug hatte.





Mit Champagner haben wir auf das Jahr des Tigers angestossen! Xian Nian Kuai Le (Frohes Neues Jahr)!

12.2.10

Endlich angekommen!

Lange erwartet und nun endlich da! Pünktlich um 8 Uhr morgens sind Mama und Annemarie gelandet und von mir in Empfang genommen worden. Entspannt und erholt sahen die zwei aus, sogar nach den 12 Stunden Flug. Natürlich sind wir mit dem Transrapid in die Stadt gefahren und dann mit der U-Bahn zu mir.


Nachdem Mama und Annemarie sich ein wenig erfrischt hatten, sind wir zum Longhua-Tempel spaziert. Auf dem Weg wurden wir Zeuge wie ein paar Chinesen schon für das Neujahrs-Feuerwerk probten. Kurz gesagt, uns wird eine ohrenbetäubende Knallerei erwarten. Der Name China-Böller kommt nicht von ungefähr, aber hier sind die Dinger etwa hundert Mal lauter und grösser. Das schöne am chinesischen Neujahr ist aber, dass die ganze Stadt mit Lampions und Tiger-Scherenschnitten dekoriert ist.


Der Longhua-Tempel ist eine herrlich entspannende Tempelanlage. Wir haben Räucherstäbchen angezündet und versucht Geld auf die kleinen Pagoden zu werfen.

In der man zur Mittagszeit für 1 Euro auch einen Nudelsuppe erhält. Natürlich mit Stäbchen. Bei Mama lohnte sich das Vorab-Üben mit Erdnüssen. Annemarie kämpfte am Anfang noch und erhielt Nachhilfe von der chinesischen Nachbarin. Am Ende hatte sie's aber auch raus.

Wie ging das gleich wieder?







Mama hat den Dreh raus

24.1.10

Urbanes Shanghai

Nach drei Wochen ist Urban jetzt leider wieder abgereist. Aber es dauert ja nicht mehr lange und dann sehen wir uns schon wieder. In sechs Wochen komme ich ja auch schon zurück.

Damit der Herr Mäder auch endlich mal bei seiner Doktorarbeit vorwärts kommt, hat er sich drei Wochen in die chinesische Klausur begeben und wurde nur von Nella abgehalten. Ich war nämlich tagsüber selbst in der Arbeit. Die Kleine hat sich gefreut endlich einen Spielkamaraden über den ganzen Tag zu haben und nachdem sie vorzugsweise Ball spielt oder auf der Computertastatur pennt (da ist's halt so schön warm), hat sie Urban wohl das ein oder andere Mal zu Verzweiflung getrieben. Aber sonst wär's ihm ja vielleicht auch langweilig geworden.










Da hatten sich zwei sehr gern



Aber am Abend und am Wochenende waren wir selbstverständlich auch in der Stadt unterwegs. So waren wir an einem Abend in den zwei höchsten Gebäuden auf einen Drink. Die Bar im Shanghai WFC (492 m, rechts im Bild) war moderner und ihre Cocktails eindeutig besser. Die
Cloud 9-Bar im Jin Mao Tower (421 m, links) ist dafür gemütlicher, hat auch brauchbare Cocktails und vor allem keinen Mindestumsatz für Fensterplätze.








Natürlich waren wir auch noch im Yu Garten, dem Sightseeing-Klassiker in Shanghai. Versteckt in der neu erbauten Altstadt (eine Blasphemie an sich), ist er eines der wenigen Bauten in Shanghai die wirklich alt sind.










Und in die Urban Planning & Exhibition Hall am Peoples Square mussten wir natürlich auch. Hier gibt's Shanghai von oben zu bestaunen und Gebäude im Bau werden auch schon dargestellt. Das WFC und der Jin Mao Tower werden bald von einem noch höherem Gebäude überholt.

28.11.09

Nachts sind alle Katzen grau

Samstag Abend, zwei Ladies im Ausgang...

19.11.09

Es wird Winter in Shanghai...

Während Eva und ich vor zwei Wochen noch im T-Shirt durch die Stadt liefen und bestenfalls mal einen Pullover gebraucht haben, wurde es in der Woche danach erst regnerisch und letzte Woche dann richtig kalt. Inzwischen haben wir um die 5 Grad und es weht eine eisige Brise vom Meer.


Am Wochenende hat man das Gefühl, man möchte gar nicht aus dem Bett raus (vor allem wenn einem ein schnurrendes Etwas die Füsse wärmt). Und so haben Nella und ich den Samstag fernsehschauend und lesend im Bett verbracht. Herrlich! Damit wir zumindenst ned das ganze Wochenende faul sind, sind die Nella und ich heute zum Amtstierarzt gefahren. Sie braucht nämlich noch Chip, Tollwutimpfung und irgendso ne allgemeine Impfung.

Im Aufzug auf dem Weg, wusste sie noch nicht so recht, was los ist.

Im Taxi wurde sie schon mutiger und fast wär uns schlecht geworden...

... weil wir das miefigste Taxi in ganz Shanghai erwischt haben. Boah, war das übel.

Beim Tierarzt selber gab's dann grossen Katzenjammer. Besonders liebevoll waren die nämlich nicht. Meine deutsche Tierärtzin hier konnte der Nella ohne Probleme eine Spritze verpasst. Beim Amtstierarzt hat ihr eine die Hinterbeine festgehalten, einer die Vorderbeine und der Dritte hat's immer noch ned geschafft, ihr eine Spritze zu geben. Es war dann tatsächlich eine Halskrause nötig - tja, das Vieh hat eben Biss! Und ich war kurz davor, die drei Vollpfosten aus dem Raum zu schmeissen, weil die arme Kleine wie am Spiess geschrien hat. Nach 10 Minuten waren wir Gott sei Dank wieder draussen und werden den Amtstierarzt nur noch aufsuchen, wenn es sein muss.

Belohnt haben wir den Vierbeiner anschliessend mit Whiskas-Leckerlis und den Zweibeiner mit einem grossen Milchkaffee und Muffin beim Starbucks. Ach, Starbucks-Kaffee schmeckt einfach herrlich schön nach Sonntag.

Später am Nachmittag war ich dann noch bei meinem Lieblingsbäcker "Paul", der das beste Brot in ganz Shanghai anbietet.

Und beim anschliessenden Besuch im Supermarkt hab ich das Trocken-Huhn im Ganzen mal lieber links liegen gelassen...

... und stattdessen die Import-Ecke geplündert. :)

Und weil's gar so kalt ist, packen mich auch dieses Jahr wieder Oma Luises Gene und ich habe mich doch glatt mit Strickzeug eingedeckt! Mal sehen, was und ob's was wird.

8.11.09

Eva in Shanghai

Anfang November war Eva aus Hamburg ein paar Tage zu Besuch... Schon praktisch, wenn man bei meiner Lieblings-Fluggesellschaft arbeitet und günstige Flüge buchen kann.

Gemeinsam haben wir am Sonntag die Stadt besichtigt und einen Abstecher in die Shanghai Urban Planning Exhibition Hall (上海城市规划展览馆) gemacht. Ein wirkliches Muss, wenn man in der Stadt ist.

Dort gibt es eine Miniaturausgabe des chinesischen Expo-Pavillions zu bewundern, inklusive Nachtbeleuchtung auf Knopfdruck. Herrlich für Spielkinder. Der ganze innere Teil der Stadt ist nachmodeliert und zeigt bestehende und bereits genehmigte Gebäude.



Hier kann man den Stadtkern um Pudong und Bund bewundern. Der nächste grosse Wolkenkratzer befindet sich schon im Bau.






Und auch meine Strasse ist abgebildet. Aber mein Haus steht nicht mehr. :( Ob wohl schon ein neues Hochhaus dort genehmigt ist?



Hinterher haben wir noch ein wenig rumgeblödelt. Es gibt jetzt endlich ein Foto von mir mit Schlitzaugen in China. :)))















... und hier stellen Eva und ich HaiBao nach. Das Expo-Mascottchen, das meiner Meinung nach aussieht, als wäre es einer Zahnpastawerbung entsprungen.

4.11.09

Der Himmel den Bayern

Manchmal liegt das Glück so nah. Nur eine Taxifahrt nach Pudong entfernt, im Paulaner. Das Glück heisst "Hausgemachter Würstlschmaus mit Sauerkraut und Kartoffelpüree". Kein Scherz! Dazu noch zwei Weissbier (die Mass im Bild gehört Roman) und ein paar Brezen, die mit bayrischen leider nicht mithalten können. Aber 8000 km Entfernung lassen einen da ned so wählerisch sein und der Würstlschmaus hat's wett gemacht. Kugelrund und glücklich verabschiede ich mich nun in die Federn.

13.9.09

Party, Würfel und eine kaputte Brille

Gestern habe ich meine Arbeitskollegen zu einer ersten Party in meiner Wohnung eingeladen. Die Idee war auch, Clelia und Guiseppe besser kennenzulernen. Sie werden Roman und mich (rechts) bald mit einer ähnlichen Aufgabe in China verstärken. Wir sind gespannt.

Mit 13 Leuten war die Wohnung bald gut gefüllt. Glücklicherweise hat Roman Bierkisten und Einkäufe mit mir geschleppt und Max den Kochlöffel geschwungen. Praktisch wenn der Kollege 20 Jahre als Koch gearbeitet hat und dann bestes Bruschetta und Chili con Carne serviert. :) War als Basis für die Party auch gut - wurde doch zu späterer Stunde heftigst um die Wette gewürfelt... irgendso ein chinesisches Spiel wie unser Mäxle (Meiern für die Schweizer).

Als zum Schluss nur noch der harte Kern übrig blieb, sind wir zu sechst weiter in eine Disko gezogen und gerieten prompt unverschuldet in ein Handgerangel. Unsere Herren hätten sich etwas cooler verhalten und mal Fünfe grade sein lassen sollen. Tja, und weil ich zwischen drin steckte, um Schlimmeres zu vermeiden, ging auch noch meine Brille kaputt. Der Chinese auf der anderen Seite des Gerangels bekam sie in die Hand und hat ein Glas rausgedrückt. Mir ist das auch nicht gleich aufgefallen, wenigstens konnte ich ihm die Brille wieder abnehmen... Ende der Geschichte war, dass sie Roman und Max rausgeschmissen haben und wir uns ein neues Lokal gesucht haben. In dem war dann auch wesentlich weniger los, bessere Stimmung und wir haben bis in die frühen Morgenstunden wild (aber friedlich) getanzt.

Bald Neu-Chinese Guiseppe mit unserem Montage-Spezialisten Mirko (links)

Bei Max & Co. wurde im Wohnzimmer über das Leben in China diskutiert (unten links)

Rock, Roman und Markus wissen da schon mehr (unten rechts)



25.7.09

Shanghai Sightseeing

Ein Wochenende mit schönen, aber wenigstens nicht brütend heissen Wetter bietet sich zum Sightseeing an. Und Roman und ich haben uns an diesem Samstag die Shanghaier Altstadt vorgenommen. Nun, Altstadt ist wohl das falsche Wort. Die Chinesen haben nämlich den Grossteil abgerissen und im alten Stil wieder aufgebaut. Trotzdem schlägt hier das Herz der Stadt und es herrscht quirliges Basartreiben.

Hinter der neuen "Altstadt" erhebt sich das wirklich neue China mit dem JinMao und dem World Financial Tower



Auch auf der Zickzackbrücke mit den neun Ecken tummeln sich unglaublich viele Leute. Diese hält böse Geister fern, da die nicht um Ecken gehen können. Roman und ich gönnten uns erstmal eine Auszeit vom ganzen Treiben und eine Tasse Tee im Teehaus Huxinting. Dort gibt kunstvoll gebundene Tees, die in den Kannen zu Blumen erblühen.



Im Teehaus hat man einen phantastischen Blick auf die Zickzackbrücke und kann die aufgehenden Blüten in
der Teekanne bewundern
.




Im Garten
Frisch erholt machten wir uns auf in den Yu Yuan, den "Garten der Zufriedenheit". Angelegt von einem Beamten als Ruhesitz zu Zeiten der Ming-Dynastie und von Kaufleuten im 18. Jahrhundert weiterentwickelt, ist der Garten eines der wenigen Dinge in der Altstadt, das tatsächlich alt ist.

Der Garten lässt den Trubel aussen vor und man kann die vielen kleinen Pagoden, Bonsais und Teiche geniessen.


Fast vergisst man die anderen Besucher, die sich in der verzweigten Gartenanlage verlaufen. Aber spätestens am Ausgang trifft man wieder auf den turbulenten Basar der "Altstadt".












Am Abend
Später haben wir Nella noch ein wenig auf Trab gehalten - oder vielmehr sie uns. Nach einer Woche bei mir hat sie ordentlich zugelegt, das Fell an den Pfoten wächst nach und sie spielt jetzt wahnsinnig gerne. Nur für eine Spritze Milch lässt sie immer noch alles stehen und liegen.