Zwei Wochen zurück in Europa, schön langsam kommt die Seele nach. Und trotzdem fühlt sich noch vieles irreal an. China ist vorbei, Europa noch nicht ganz da. Es braucht wohl einfach eine Weile.
Mit den ersten Jobinterviews und dem Skiurlaub am Matterhorn blieb wenig Zeit richtig anzukommen. Als Zuckerl obendrein hat es der BMW kurz vor Zermatt nicht mehr durch die Fahrzeugkontrolle geschafft. Na bravo, jetzt auch noch ohne fahrbaren Untersatz.
Aber vielleicht hilft ein wenig Entschleuningung ja auch. Bleiben wir also gespannt, was kommt. Aber das wird dann nicht mehr in diesem Blog stehen und Ihr müsst mich schon selber fragen.
Abenteuer im Reich der Mitte
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- Claudia
- über ihre Erlebnisse im täglichen Leben, im Beruf, im Strassen-verkehr, beim Essen, ...
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Das Wochenende verbrachten wir in Xi'An - der ehemaligen Hauptstadt und Stadt der Terrakotta-Krieger. Für uns war es Verwöhnprogramm pur, logierten wir doch in einem 5-Sterne-Hotel. Wir fühlten uns wie der Kaiser von China oder Gott in Frankreich. Es ging schon damit los, dass wir nach der Schlacht am Frühstücksbuffet kaum mehr in der Lage waren uns zu rühren und definitiv für den Rest des Tages keinen Hunger mehr leiden mussten.
Samstag morgen machten wir uns auf zum Grabmal des Kaisers Qin Shihuangdi (so 250 v. Chr.). Obwohl dem guten Qin ein gewisser Hang zum Wahnsinn nachgesagt wird und seine Methoden wohl zweifelhaft waren, wird er dafür verehrt erstmals das Reich geeinigt zu haben. Bereits zu Lebzeiten liess er sich zum Schutz seines Grabmals die Terrakotta-Krieger schaffen. Und obwohl er dafür nur noch zehn Jahre Zeit hatte, schufen die Handwerker in dieser Zeit über 7000 Krieger, Pferde, Schalen. Mindestens also zwei Krieger pro Tag. Es ist genauso beindruckend wie die Chinesische Mauer - kaum zu beschreiben, man muss es erlebt haben.
Annemarie und Mama vor dem Chinesischen Kaiser Qin, dem man hier durchaus ein wenig den Wahnsinn ansieht
Nach so viel chinesischer Kultur wollten wir uns ein wenig entspannen und unser Hotel geniessen. Bot es doch einen herrlichen Swimmingpool und so schöne weiche Bademäntel.
Die Versuchung war gross einfach liegen zu bleiben. Aber wir entschlossen uns dazu durch die Stadt zu bummeln und der Ausblick auf eine kitschig schön beleuchtete Stadtmauer belohnte uns auch dafür.
Nach einem mehr als reichhaltigen Frühstück am nächsten Morgen, mussten wir die überschüssigen Kalorien wieder los werden. Wir entschieden uns für einen Spaziergang auf der Stadtmauer, der sich als ziemlich lang erwies.
Die Stadtmauer war 13 Kilometer lang, mehr als 12 Meter breit sowie hoch! Oder um es mit Annemaries Worten auszudrücken "Ich glaub's ned, die spinnen doch alle!" Was auch ziemlich gut zur Verbotenen Stadt, dem Himmelstempel, der Chinesischen Mauer und einigen anderen Dinge in China passte.
Zwischendurch musste ich auf unserem Mauer-Spaziergang sogar ein Nickerchen einlegen - vielleicht forderte aber auch das Frühstück sein Tribut
Leider blieb uns am Ende zu wenig Zeit um noch gemütlich durchs muslimische Viertel bummeln zu können! Aber wir haben Xi'An sehr genossen und es ist auf alle Fälle einen Abstecher wert! Jetzt bleiben uns zwei Tage in Shanghai bevor es für Mama und Annemarie zurück Richtung Heimat geht - und die Zeit werden wir sicherlich auch noch geniessen.
Labels: China, Sightseeing
Nach vier Tagen Stadt ging es heute endlich raus auf's Land. Nachdem wir Dank dem Tipp eines Kollegen einen wirklich netten und günstigen Fahrer gefunden haben, machten wir uns heute Morgen auf Richtung Chinesische Mauer (= Chang Cheng). Die Kalorien der Peking-Ente von gestern Abend wollten schliesslich verbrannt werden. Bei der Überlandfahrt bekamen Mama und Annemarie auch mal einen Eindruck des ländlichen Chinas.
In Mutianyu angekommen warteten auch schon die Souvenirhändler auf uns, die uns lautstark ihren Krempel andrehen wollten. Wir liessen sie links liegen und erklommen stattdessen lieber den Gipfel. Oben angekommen bot sich uns ein unglaublich schöner Ausblick! So weit das Auge reichte schlängelte sich die Mauer auf den Bergkämmen entlang.
Kein Wunder, schliesslich verläuft die Chinesische Mauer auch auf ungefähr 6800 Kilometern quer durch den Norden Chinas. Unglaublich, was die damals schon gebaut haben. Unser Mauerabschnitt stammte aus dem Jahr 1368 und wurde auf den 800 Jahre alten Ruinen der Vorgängermauer aufgebaut.
Es ging ordentlich rauf und runter, aber es war verhältnismässig menschenleer - in China eine Seltenheit. Wir genossen die Sonnenstrahlen und den Ausblick.
Am Abend ging es mit dem Flieger nach Xi'An weiter, wo wir das Wochenende verbringen werden. Heute Mauer, morgen Terrakotta-Krieger - ein Highlight jagt das nächste.
Labels: China, Sightseeing, Xian
Nach so viel Kultur und alten Tempeln war uns heute der Sinn nach etwas Moderne. Und so stand der Vormittag ganz im Zeichen von Olympia. Das Nationalstadium, auch bekannt als Bird's Nest, hat uns wahnsinnig beeindruckt.
Eine tolle Architektur, die auch von vielen Chinesen bewundert wurde. Im Innern war gar ein Schneepark aufgebaut, auf dem die Kleinen in Schwimmreifen die Rutschbahnen herunter sausten. Aber auch die gesamte Anlage - grossräumig und von einer unendlichen Weite wie Beijing selbst - hat uns sehr beeindruckt.
Aber wir merkten bald, wir waren nicht mehr so windgeschützt wie gestern in der Verbotenen Stadt. Es blies ein frostiger Nordwind und bald waren wir recht durchgefroren. Das Teehaus gegenüber dem Konfuzius-Tempel kam uns da gerade recht.
Xiao Lin (wörtlich Kleiner Wald) erklärte uns liebevoll die verschiedenen Tees und ihre Zubereitungsarten. Es war eine richtige Zeremonie! So erfuhren wir, wie man Kongfu-Tee, Phoenix-Tee und Schwarzen Tee richtig aufgiesst und geniesst.
Für jeden Tee gibt es eine spezielle Tasse. Für den grünen Kongfu-Tee mit Deckel, für den Schwarztee eine steile Tasse und für den Phoenix-Tee gleich zwei. In die hohe Tasse wird der Tee eingeschenkt und dann in die kleine Schale umgegossen. Aus der hohen wird nur das Aroma erschnuppert.
Das Bild des Tages: Mama im Teehaus. Auch der Taxifahrer Herr Yang erkannte sie sofort wieder!
Wir hatten an dem Tag wirklich Glück. Vergass ich doch vor lauter Diskutieren mit dem netten Taxi-Fahrer meine Kamera unter dem Sitz. Glücklicherweise schwatze er uns aber die Rechnung auf und so konnten wir ihn später ausfindig machen. Er brachte die Kamera tatsächlich zurück und erzählte sichtlich stolz, Mama auf dem Fotos wieder erkannt zu haben. Die schien es ihm wirklich angetan zu haben. Und ganz gerührt war Herr Yang, als ich die Pekinger Bürger lobte und wie glücklich ich sei, dass er meine Kamera zurückgebracht hatte.
Zur Feier waren wir in einem hervorragenden Yunnan-Restaurant essen. Bananenblüten-Salat, gebratene Sprossen, gebratenen China-Kohl, Huhn mit Ananas... alles war irrsinnig gut - und mit unglaublich vielen Chili-Schoten versehen.
Labels: Beijing, China, Leben, Sightseeing
Nach einem verregneten Tag in Shanghai sind wir gestern nach Beijing, wörtlich Hauptstadt des Nordens, weitergereist. Die Stadt machte ihrem Namen alle Ehre und empfing uns ziemlich frostig.
Eingepackt in mehrere Lagen haben wir uns heute Morgen zum Tian'an-Men-Platz aufgemacht. Und wir waren nicht die Einzigen. Mindestens eine ganze Kleinstadt stand vor Maos Mausoleum Schlange. Wir liessen uns den Anblick des Sarges entgehen und spazierten stattdessen einmal rund herum.
Maos Mausoleum - ein Muss für jeden Chinesen beim Hauptstadtbesuch
Auf der anderen Seite des riesigen Platzes hängt am Eingang zur Verbotenen Stadt immer noch ein Riesenbildnis vom Vorsitzenden Mao.
Annemarie und ich vor dem Eingang zur Verbotenen Stadt
Auf der Seite des Platzes findet man die Halle des Volkes - Sitz des chinesischen Parlaments
Viele kleine Chinesen waren auch auf dem Platz unterwegs. Und bei vielen Feuerhosen blitzte der Hintern ohne Windel heraus. Genau hinschauen! :)

Weiter ging es für uns in die Verbotene Stadt. Hier kamen wir uns ein wenig wie Ameisen vor - es wuselte und wuselte und wuselte. Chinesen so weit das Auge reichte.
Die Verbotene Stadt war der Amts- und Wohnsitz des Kaisers. 500 Jahre regierten dort die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien. Zutritt hatten nur die Verwandtschaft und hochrangige Beamte. Es muss eine grosse Sippschaft gewesen sein, denn die Anlage ist unüberschaubar: Über 700.000 Quadratmeter Fläche und angebliche 9.999 Zimmer verfügt der Palast.
Verloren in der Verbotenen Stadt
Anschliessend stiegen wir noch auf den JingShan-Hügel nördlich der Verbotenen Stadt. Dort hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die ganze Anlage.
Mama und ich im Pavillion am Gipfel des JingShan-Hügels
Und wir drei im Park vor den roten Laternen, die überall in China zum Frühlingsfest aufgehängt werden
Labels: Beijing, China, Sightseeing
Lange erwartet und nun endlich da! Pünktlich um 8 Uhr morgens sind Mama und Annemarie gelandet und von mir in Empfang genommen worden. Entspannt und erholt sahen die zwei aus, sogar nach den 12 Stunden Flug. Natürlich sind wir mit dem Transrapid in die Stadt gefahren und dann mit der U-Bahn zu mir.
Nachdem Mama und Annemarie sich ein wenig erfrischt hatten, sind wir zum Longhua-Tempel spaziert. Auf dem Weg wurden wir Zeuge wie ein paar Chinesen schon für das Neujahrs-Feuerwerk probten. Kurz gesagt, uns wird eine ohrenbetäubende Knallerei erwarten. Der Name China-Böller kommt nicht von ungefähr, aber hier sind die Dinger etwa hundert Mal lauter und grösser. Das schöne am chinesischen Neujahr ist aber, dass die ganze Stadt mit Lampions und Tiger-Scherenschnitten dekoriert ist.
Der Longhua-Tempel ist eine herrlich entspannende Tempelanlage. Wir haben Räucherstäbchen angezündet und versucht Geld auf die kleinen Pagoden zu werfen.
In der man zur Mittagszeit für 1 Euro auch einen Nudelsuppe erhält. Natürlich mit Stäbchen. Bei Mama lohnte sich das Vorab-Üben mit Erdnüssen. Annemarie kämpfte am Anfang noch und erhielt Nachhilfe von der chinesischen Nachbarin. Am Ende hatte sie's aber auch raus.
Wie ging das gleich wieder?
Mama hat den Dreh raus
Labels: China, Leben, Shanghai, Sightseeing
Heute ist mein letzter Arbeitstag in der Firma. Trotz der schwierigen Bedingungen im ITEMA-Konzern ist unser Neumaschinenprojekt ein voller Erfolg geworden. Die Prototypen laufen bis jetzt ohne Probleme, die Stoffqualität ist vielversprechend und die Zielkosten haben wir ebenfalls erreicht. Das Projektbudget sogar weit unterschritten. Ich denke, die Basis für eine erfolgreiche Markteinführung ist gelegt. Leider stimmt das Umfeld in der Firma nicht mehr, als dass ich hier noch eine Zukunft sehen würde und so freue ich mich auf neue Aufgaben.
Abschied von den Webmaschinen und der ITEMA China 
Das ist unser Wachhäusl, wo Nella mich gefunden hat (so und nicht andersrum)

Das war für ein Jahr mein Büro... aber jetzt wird's Zeit für was neues.
Bevor ich mich aber mit meiner beruflichen Zukunft näher beschäftige, mache ich erst noch ein wenig Urlaub in China. Im Sommer war ja leider zu wenig Zeit dafür. Morgen früh landen Mama und Tante Annemarie in Shanghai - dann kann's losgehen. Chinese New Year werden wir in Shanghai feiern und nächsten Montag geht's dann weiter Richtung Beijing. Nach vier Tagen in der Hauptstadt fliegen wir übers Wochenende direkt weiter nach Xi'an, zur berühmten Terrakotta-Armee. Und bevor die Beiden wieder zurückfliegen, verbringen wir noch ein paar Tage in Shanghai und Umgebung. Mein Rückflug ist erst am 5. März, denn vorher schau ich mir noch Hongkong und Macau an. Ah herrlich, endlich Urlaub!
Das arme Viecherl wurde gestern um mögliche Nachkommen gebracht. Um 10 Uhr hab ich sie beim Tierarzt abgeliefert und am Nachmittag durfte ich sie wieder abholen. Ganz arm schaute sie aus und stinken tut sie wie ein Iltis. Leicht desorientiert wackelte sie in der Wohnung rum bis ich sie in die Küche einsperrte, wo sie im Körbchen wieder einschlief.
Ich war eh schon zu spät dran für die Jahresfeier der Firma. Als ich endlich im Restaurant eintraf, konnte ich die Meute schon von weitem hören. Die Zeit vor dem Frühlingsfest ist von einer ganz speziellen Atmosphäre geprägt - in diesem Fall kamen noch Unmengen von Alkohol dazu. Nachdem das Restaurant in europäischen Augen wirklich nicht gut war und es natürlich keine billigen Sattmacher wie Reis gab, hatten wir Europäer ziemlich Hunger und einige von uns bald einen ziemlichen Rausch.
Ich hatte die Ehre ganz vorne am ersten Tisch neben dem General Manager zu sitzen, der ganz schön einen sitzen hatte. Schliesslich musste der arme Kerl mit jedem Tisch trinken und es waren 17 Tische insgesamt. Bei der Tombola musste er nicht nur Geld spendieren, sondern es wurde auch ein Kuss von ihm verlost. Den dann einer unserer Monteure gewann und in eine Umarmung umgewandelt wurde. Bei der Tombola gewann ich nichts, dafür durfte ich mit allen Einkäufern und Ingenieuren trinken. Und nachdem sich einer wahrlich Mut angetrunken hatte, hat er mir gestanden, dass ich wirklich seine Traumfrau sei. Wenn er nicht verheiratet wäre. :)
Glücklicherweise war die Party von 17-20 Uhr angesetzt. Und sie war auch pünktlich vorbei! Es war auch gut, dass einige von uns nach Hause kamen. Ich fuhr im Wagen unseres General Managers zurück Richtung Stadt. Dem wurde es nach Trinken mit den 17 Tischen und kaum Essen dann doch zu viel und wir musste einige Stops einlegen. :))
Mir geht's heute sicher besser als ihm. Ich liege faul in alten Klamotten auf der Couch, schaue Sex and the City und schreibe einen Blog. Die Katze liegt auf meinem Bauch. Sie schläft - und leider stinkt sie nach wie vor wie ein Iltis. Noch kann ich sie nicht einmal mit Thunfisch zum Fressen überreden. Hoffentlich wird die arme Maus bald wieder.
Und ein weiteres trübes Wochenende in Shanghai mit einer verrückten Katze in einer kuschlig warmen Wohnung! Da zieht einen wenig nach draussen. Noch dazu wenn sich der Arm wenig bewegen lässt und am Knie ein Untertassen-grosser blauer Fleck prangt. Wie es dazu kam?
Bekanntermassen falle ich seit ich laufen kann über Löcher aller Art. Laut meiner Mama auch solchen, "die gar nicht da sind". Und so kam mir Montag abend ein Loch in Pudong in die Quere. Ich war mit zwei Kollegen von der ETH Sushi essen und wir wollten hinterher noch in die Cloud 9-Bar im Jin Mao Tower. Tja, und während ich nach dem Hochhaus Ausschau hielt, machte es Rummms! und ich landete auf dem Asphalt. Hatte ich doch einen Bordstein übersehen.
Nun, es tat nicht übermässig weh und auf einen Cocktail ging wir trotzdem. Aber als ich in der Nacht aufwachte, konnte ich meinen Arm nicht mehr abbiegen. Es liess sich nicht vermeiden, ich musste zum Arzt und das auch noch in China. Anziehen war die Hölle, die Haare standen auch kreuz und quer ab, aber es half nichts. Wenigstens war bald klar, das es zwar eine fiese Stauchung mit Bluterguss im Ellbogen ist, aber nichts Schlimmeres. Jetzt laufe ich mit dem Arm in ner Schlinge rum und hoffe, dass es bald besser wird.
Was mich heute doch nach draussen bringt? Ein Kaffee beim Starbucks (die Milch im Kühlschrank ist aus), ein Spaziergang zu ein paar Klamottenläden (im Kleiderschrank hat's ja auch nichts mehr) und vielleicht ein Cockail später.
"Danke für Ihren Beitrag zu Chinas Blüte und Wohlstand!"
Angesichts des flotten Danke-Spruchs auf dem chinesischen Steuerbescheid lagen die Italiener vor lauter Lachen fast am Boden. Die Vorstellung, dass sich Berlusconi mit einem "Mille Grazie - Dein Sylvio" persönlich bedankt, war zu komisch. Und dann würden sie wohl nicht nur mit einem Souvenir-Dom nach ihm werfen.
Schneeverwehungen, Strassensperrungen, Unfälle und abgesagte Flüge. Die Nachrichten aus Europa zum Wetterchaos nehmen kein Ende und ich hoffe, es geht Euch allen gut.
Die Nachrichten aus China klingen bei Euch wohl ähnlich. Rosemarie schreibt "nach den Radio-Nachrichten schauen in China nur noch die Spitzen der Wolkenkratzer aus den Schneemassen." Wenn das so stimmen würde, dann könnte ich vermutlich direkt ins Freie spazieren. Nella wäre höchst erfreut über den erweiterten Auslauf und würde unermüdlich Schneeflocken hinterher jagen. Urban könnte dann Skifahren gehen und am Balkon würden wir zum Après-Ski Glühwein verkaufen und Hütten-Musi spielen. Das wär sicher der Renner in Shanghai.
Während sich Peking aber über die Schneemassen freut und schon Skifahrer am Olympiastadion gesichtet worden, ist es in Shanghai nur nass, kalt und neblig. Seit gestern regnet es, die Temperatur liegt irgendwo um die Null Grad und die Gipfel der Hochhäuser verschwinden in den Nebel-Wolken. Schade eigentlich...
Bereits zurück aus der Schweiz haben Urban und ich den Jahreswechsel in Shanghai genossen. Wir war erst gemeinsam essen und sind anschliessend zum People's Square gefahren. Dort waren trotz Eiseskälte viele Menschen unterwegs und liessen Lampions steigen, was wirklich hübsch aussah.
Urban und mir wurde es dann bald aber viel zu kalt und wir machten uns in eine Bar auf. Wir wurden mit Konfetti-Bomben und lustigen Hüten versorgt und haben mit Weissbier auf das Jahr 2010 angestossen.

Sehr glücklich schaut der Urban da nicht, schliesslich musste er eine halbe Stunde darauf warten, endlich die Konfetti-Bombe abfeuern zu dürfen.
2010 ging auch gut für uns los, haben wir uns doch mit halb Shanghai am Hauptbahnhof getroffen. Es war unglaublich viel los. Wir wollten drei Tage in der alten Kaiserstadt Nanjing verbringen und Tausende andere Chinesen wohl nach Hause übers lange Wochenende. In Nanjing wurde es Gott sei Dank auch ein wenig wärmer und so konnten wir einige Paläste besichtigen, einen Rundgang auf der Stadtmauer machen und Abends ein wenig durch's Ausgehviertel "1912" streifen, wo uns die Blue Marlin Bar besonders gefiel.
Anfangen haben wir mit dem Besuch des Tempels der Ming-Kaiser im Norden der Stadt.
Urban hat es den chinesischen Männer nachgemacht, die oft die Handtaschen für ihre Frauen tragen. Im Gegensatz zu den Chinesen war Urban stolzer Träger einer echten Louis Vuitton.
Die nächsten Tage haben wir noch den Konfuzius-Tempel besichtigt, sind durch die Altstadt gebummelt und haben uns bei Starbucks wieder aufgewärmt. Sonntags standen die Purpurberge auf dem Programm, wobei wir den Ursprung des Namens nicht gefunden haben, dafür aber das Mausoleum von Sun Yat-sen (Gründer der ersten Republik Chinas) und das Grab von Hong Wu, dem ersten Ming-Kaiser.
Urban salutiert am Mausoleum von Sun Yat-sen
Ich geniesse die Aussicht von den Purpurbergen
Das Grab des ersten Ming-Kaisers Hong Wu
Die Steintiere haben den Weg zum Kaiser-Grab bewacht: Drachen, ....
... und auch eine Riesenschildkröte.
Nachdem wir erfolglos in den Purpurbergen nach einem Taxi Ausschau hielten, sprangen wir auf gut Glück in einen Bus (wer kann schon den Fahrplan lesen oder wirklich mit dem Fahrer reden) - aber wir kamen Gott sei Dank wieder nach Nanjing zurück und wurden sogar direkt zur Blue Marlin Bar chauffiert. Etwas, dass wir mit Absicht wohl nur schwer geschafft hätten. Wir nahmen es als Zeichen und sind vor der Rückfahrt noch auf ein Bier in die Bar gegangen.
Nun ist das neue Jahr schon eine Woche alt und die Zeit in China neigt sich dem Ende zu. Aber es wird noch einmal spannend: Ein Ausflug nach Beijing und Xi'an über das Chinesische Neujahr im Februar ist schon organisiert. Vielleicht schaffe ich es auch noch nach Hongkong. Und ein Besuch auf dem Kleidermarkt müsste auch nochmal drin sein.
Labels: China, Leben, Sightseeing
