Manchmal liegt das Glück so nah. Nur eine Taxifahrt nach Pudong entfernt, im Paulaner. Das Glück heisst "Hausgemachter Würstlschmaus mit Sauerkraut und Kartoffelpüree". Kein Scherz! Dazu noch zwei Weissbier (die Mass im Bild gehört Roman) und ein paar Brezen, die mit bayrischen leider nicht mithalten können. Aber 8000 km Entfernung lassen einen da ned so wählerisch sein und der Würstlschmaus hat's wett gemacht. Kugelrund und glücklich verabschiede ich mich nun in die Federn.
Abenteuer im Reich der Mitte
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- Claudia
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Wahnsinn, seit der Wiesn sind schon gute drei Wochen vergangen und ich bin noch gar nicht dazu gekommen, hier mal wieder ein Update zu schreiben.
Die Wiesn war toll. Meine Mama war da, viele Freunde, der Urban hat vier Tage am Stück in München verbracht. Das Wetter war prima und die Arbeit ging uns dreien auch gut von der Hand. Leider war es gegen Ende dann fast ein wenig ruhig, weil viele Leute Angst hatten wegen der Bombendrohung. Glücklicherweise war es aber eine friedliche Wiesn.
Zurück in Shanghai warteten dann schon Martina und Philipp in meiner Wohnung. Sie befinden sich gerade viereinhalb Monate auf Weltreise und haben zwei Wochen in China verbracht.
Gemeinsam haben wir die Stadt ein wenig besichtigt, waren auf dem Kleidermarkt und haben uns neue Sachen schneidern lassen. Tagsüber hat Nella die beiden beschäftigt ;) und abends haben wir Shanghai unsicher gemacht.
Zwischendurch war ich noch auf der Hochzeit meiner Chinesisch-Lehrerin eingeladen. Die Einladung lud zu einem Abend in ein Hotel ein, von 18 bis 21 Uhr. Um kurz vor sechs traf ich im Restaurant ein, von jedem wurde ein Bild mit dem Brautpaar gemacht. Ich nahm am "Langnasen"-Tisch Platz und stellte fest, dass wir fast allesamt overdressed waren. Ich trug mein Knitterkostüm, die Herren Anzug und die anderen Damen hatten auch schöne Kleider an. Die Chinesen nahmen das wesentlich lockerer. Einige waren sehr fein und einige in Turnschuhen unterwegs.
Die Braut selbst trug in den drei Stunden drei verschiedene Kleider. Das klassische Weisse, in dem die Ringe getauscht wurden. Ein violettes, in dem sie und ihr Mann auch ein Ständchen sangen und ein rotes chinesisches Gewand. In diesem wurde auch die tradionelle Zermonie nachgestellt. Es stellte sich nämlich heraus, dass das Paar eigentlich schon seit Mai verheiratet ist und die Feier für die Shanghaier Freunde veranstaltet wurde. In China keine Seltenheit. Auch die Hochzeitsfotos werden schon in den Wochen davor gemacht, mit einem Riesenaufwand an Stylisten, Friseuren und Bildbearbeitungsprogrammen. Jede Braut sieht aus wie auf dem Cover eines Hochglanzmagazins. Auch meine Lehrerin kam deutlich besser weg (was nicht heisst, dass sie hässlich wäre).
Gegen Ende des Abendessen gab es noch Spiele wie Kuchenwettessen, Lieder erraten und die chinesische Form des Brautstrauss-Werfens. Da "durfte" ich mitmachen. Am Brautstrauss waren jede Menge roter Bänder befestigt, aber nur eines wirklich mit dem Strauss verbunden. Meines war glücklicherweise lose, durfte doch der Gewinner zum Dank vor allen Gästen singen. Das wär ja mein Untergang geworden. Um Punkt 21 Uhr war die Party dann auch vorbei und alles ging wieder heim - nicht ohne vorher noch einen roten Umschlag mit Banknoten dazulassen.
Nach einer Woche machten sich Philipp und Martina weiter nach Australien auf. Und am selben Abend trafen Ralph und Evelyne aus Japan ein. Die beiden sind ebenfalls vier Monate auf Weltreise.
Nachdem Nella bei so viel Besuch ein wenig aufgeregt war, hab ich ihr beim IKEA den teuersten Kratzbaum ganz Chinas gekauft (sie hatten auch genau einen auf Lager). Und den haben wir nach dem Weggehen zusammen mit Max um 3 Uhr morgens aufgebaut.

Nella liebt diesen Baum und wartet jeden Tag oben auf ihm, wenn ich heimkomme. Und wo man jetzt soviel Energie damit verbringen kann, da rauf und runter zu rennen, ist es auch wesentlich ruhiger bei mir daheim.
Labels: China, Europa, Leben, Nella, Sightseeing
Vom 19. September bis 4. Oktober gibt's kaum was neues hier.
Dafür könnt Ihr mich im Armbrustschützenzelt in der Boxe Luchs besuchen. Zusammen mit Drea und Christina geniesse ich auch heuer wieder Münchens schönste Jahreszeit.
Ich freu mich auf Euren Besuch!
Gestern habe ich meine Arbeitskollegen zu einer ersten Party in meiner Wohnung eingeladen. Die Idee war auch, Clelia und Guiseppe besser kennenzulernen. Sie werden Roman und mich (rechts) bald mit einer ähnlichen Aufgabe in China verstärken. Wir sind gespannt.
Mit 13 Leuten war die Wohnung bald gut gefüllt. Glücklicherweise hat Roman Bierkisten und Einkäufe mit mir geschleppt und Max den Kochlöffel geschwungen. Praktisch wenn der Kollege 20 Jahre als Koch gearbeitet hat und dann bestes Bruschetta und Chili con Carne serviert. :) War als Basis für die Party auch gut - wurde doch zu späterer Stunde heftigst um die Wette gewürfelt... irgendso ein chinesisches Spiel wie unser Mäxle (Meiern für die Schweizer).
Als zum Schluss nur noch der harte Kern übrig blieb, sind wir zu sechst weiter in eine Disko gezogen und gerieten prompt unverschuldet in ein Handgerangel. Unsere Herren hätten sich etwas cooler verhalten und mal Fünfe grade sein lassen sollen. Tja, und weil ich zwischen drin steckte, um Schlimmeres zu vermeiden, ging auch noch meine Brille kaputt. Der Chinese auf der anderen Seite des Gerangels bekam sie in die Hand und hat ein Glas rausgedrückt. Mir ist das auch nicht gleich aufgefallen, wenigstens konnte ich ihm die Brille wieder abnehmen... Ende der Geschichte war, dass sie Roman und Max rausgeschmissen haben und wir uns ein neues Lokal gesucht haben. In dem war dann auch wesentlich weniger los, bessere Stimmung und wir haben bis in die frühen Morgenstunden wild (aber friedlich) getanzt.
Bald Neu-Chinese Guiseppe mit unserem Montage-Spezialisten Mirko (links)
Bei Max & Co. wurde im Wohnzimmer über das Leben in China diskutiert (unten links)
Rock, Roman und Markus wissen da schon mehr (unten rechts)

Wenn man Nella bei einer Vorher-Nachher-Show anmelden würde, dann würde sie ganz sicher den 1. Platz machen. Nach zwei Tierarztbesuchen, drei Bädern und ein bisschen Maniküre/Pediküre, ist sie wirklich eine ganz Hübsche geworden. Der Pilz ist ganz verschwunden, ihr Fell ist seidig und glänzt.

Mitte Juli in der Kiste auf dem Weg zum Tierarzt (links) und gestern mit 9 Wochen
Mit ihren zwei Wochen war die Kuscheltier-Maus noch grösser und sie hat vor allem geschlafen (links). Derzeitiges Lieblingsspielzeug ist eine Spiralnudel am Band.
Labels: Nella
Es tut mir leid, dass ich den Blog seit geraumer Zeit etwas vernachlässigt habe. Seit ich wieder aus der Schweiz zurück bin, waren meine Wochen meist mit 70 Arbeitsstunden vollgepackt. Keine Entschuldigung und vor allem kein Dauerzustand.Aber nichts destotrotz bleibt Zeit, um Shanghai und die Arbeit hinter mir zu lassen. Nun zumindest fast. :) Zuerst haben Roman, unser Schweizer Kollege Marcel und ich einen Motor-Lieferanten in Ningbo besichtet und haben uns hinterher nach Hangzhou aufgemacht.
Hangzhou liegt 200 km im Westen von Shanghai und ist ein berühmtes Ausflugsziel. Schon die alten Kaiser fuhren gerne an den Westsee.
Als wir Samstag Abends im Hotel ankamen, gab es allerdings eine Überraschung: Ich war die einzige, die ihren Reisepass dabei hatte. Und das Hotel war nicht willens, die beiden anderen mit Personalausweis einzuchecken. Um 7 Uhr abends wollte ich auch nicht mehr ewig nach einem Hotel zu suchen, dass uns für die eine Nacht vielleicht eingecheckt hätte. Zumal die Managerin behauptet hat, das würde kein Hotel machen. Also hab ich mit meinem Pass ein Zwei-Bett-Zimmer bestellt, Marcel hat bezahlt und Roman bekam ein Beistellbett.
Nach einem netten italienischen Abendessen und frühen ins Bettgehen, haben wir uns am Sonntag Hangzhou angesehen. Angefangen haben wir mit Lingyin Si, dem "Tempelkloster der wunderwirkenden Weltferne". Keine ganz exklusive Idee - auch circa einige andere Tausend Chinese hatten die Idee. Angefangen bei der Familie, die dafür gebetet hat, dass aus ihrem Sohn ein "Good Boy" wird bis hin zum ACDC-Fan. Der wusste allerdings wohl nicht, was da auf seinem T-Shirt stand.
Im Anschluss sind wir dann weiter nach Longjing gefahren. Ein kleines verschlafenes Dorf in den Bergen, wo es den berühmtesten Tee Chinas gibt: Der sogenannte Drachenbrunnen-Tee. Roman hat gleich auch mal für uns den Riechtest übernommen und wir haben ein Glas Tee genossen. Leider wurden wir dann immer wieder vom Regen überrascht. Nach einem Zwischenstopp im Seidenmuseum, wo wir uns ausführlich über Seide und alte Webstühle informiert haben, haben wir uns mit einem Riesenpot heisser Nudelsuppe wieder aufgewärmt haben und sind mit dem Zug wieder nach Shanghai zurück.

Labels: China, Sightseeing
Ein Wochenende mit schönen, aber wenigstens nicht brütend heissen Wetter bietet sich zum Sightseeing an. Und Roman und ich haben uns an diesem Samstag die Shanghaier Altstadt vorgenommen. Nun, Altstadt ist wohl das falsche Wort. Die Chinesen haben nämlich den Grossteil abgerissen und im alten Stil wieder aufgebaut. Trotzdem schlägt hier das Herz der Stadt und es herrscht quirliges Basartreiben.
Hinter der neuen "Altstadt" erhebt sich das wirklich neue China mit dem JinMao und dem World Financial Tower
Auch auf der Zickzackbrücke mit den neun Ecken tummeln sich unglaublich viele Leute. Diese hält böse Geister fern, da die nicht um Ecken gehen können. Roman und ich gönnten uns erstmal eine Auszeit vom ganzen Treiben und eine Tasse Tee im Teehaus Huxinting. Dort gibt kunstvoll gebundene Tees, die in den Kannen zu Blumen erblühen.


Im Teehaus hat man einen phantastischen Blick auf die Zickzackbrücke und kann die aufgehenden Blüten in
der Teekanne bewundern.
Im GartenFrisch erholt machten wir uns auf in den Yu Yuan, den "Garten der Zufriedenheit". Angelegt von einem Beamten als Ruhesitz zu Zeiten der Ming-Dynastie und von Kaufleuten im 18. Jahrhundert weiterentwickelt, ist der Garten eines der wenigen Dinge in der Altstadt, das tatsächlich alt ist.
Der Garten lässt den Trubel aussen vor und man kann die vielen kleinen Pagoden, Bonsais und Teiche geniessen.
Fast vergisst man die anderen Besucher, die sich in der verzweigten Gartenanlage verlaufen. Aber spätestens am Ausgang trifft man wieder auf den turbulenten Basar der "Altstadt".
Am Abend
Später haben wir Nella noch ein wenig auf Trab gehalten - oder vielmehr sie uns. Nach einer Woche bei mir hat sie ordentlich zugelegt, das Fell an den Pfoten wächst nach und sie spielt jetzt wahnsinnig gerne. Nur für eine Spritze Milch lässt sie immer noch alles stehen und liegen.
Labels: Nella, Shanghai, Sightseeing