Wenn man Nella bei einer Vorher-Nachher-Show anmelden würde, dann würde sie ganz sicher den 1. Platz machen. Nach zwei Tierarztbesuchen, drei Bädern und ein bisschen Maniküre/Pediküre, ist sie wirklich eine ganz Hübsche geworden. Der Pilz ist ganz verschwunden, ihr Fell ist seidig und glänzt.

Mitte Juli in der Kiste auf dem Weg zum Tierarzt (links) und gestern mit 9 Wochen
Mit ihren zwei Wochen war die Kuscheltier-Maus noch grösser und sie hat vor allem geschlafen (links). Derzeitiges Lieblingsspielzeug ist eine Spiralnudel am Band.
Abenteuer im Reich der Mitte
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Labels: Nella
Es tut mir leid, dass ich den Blog seit geraumer Zeit etwas vernachlässigt habe. Seit ich wieder aus der Schweiz zurück bin, waren meine Wochen meist mit 70 Arbeitsstunden vollgepackt. Keine Entschuldigung und vor allem kein Dauerzustand.Aber nichts destotrotz bleibt Zeit, um Shanghai und die Arbeit hinter mir zu lassen. Nun zumindest fast. :) Zuerst haben Roman, unser Schweizer Kollege Marcel und ich einen Motor-Lieferanten in Ningbo besichtet und haben uns hinterher nach Hangzhou aufgemacht.
Hangzhou liegt 200 km im Westen von Shanghai und ist ein berühmtes Ausflugsziel. Schon die alten Kaiser fuhren gerne an den Westsee.
Als wir Samstag Abends im Hotel ankamen, gab es allerdings eine Überraschung: Ich war die einzige, die ihren Reisepass dabei hatte. Und das Hotel war nicht willens, die beiden anderen mit Personalausweis einzuchecken. Um 7 Uhr abends wollte ich auch nicht mehr ewig nach einem Hotel zu suchen, dass uns für die eine Nacht vielleicht eingecheckt hätte. Zumal die Managerin behauptet hat, das würde kein Hotel machen. Also hab ich mit meinem Pass ein Zwei-Bett-Zimmer bestellt, Marcel hat bezahlt und Roman bekam ein Beistellbett.
Nach einem netten italienischen Abendessen und frühen ins Bettgehen, haben wir uns am Sonntag Hangzhou angesehen. Angefangen haben wir mit Lingyin Si, dem "Tempelkloster der wunderwirkenden Weltferne". Keine ganz exklusive Idee - auch circa einige andere Tausend Chinese hatten die Idee. Angefangen bei der Familie, die dafür gebetet hat, dass aus ihrem Sohn ein "Good Boy" wird bis hin zum ACDC-Fan. Der wusste allerdings wohl nicht, was da auf seinem T-Shirt stand.
Im Anschluss sind wir dann weiter nach Longjing gefahren. Ein kleines verschlafenes Dorf in den Bergen, wo es den berühmtesten Tee Chinas gibt: Der sogenannte Drachenbrunnen-Tee. Roman hat gleich auch mal für uns den Riechtest übernommen und wir haben ein Glas Tee genossen. Leider wurden wir dann immer wieder vom Regen überrascht. Nach einem Zwischenstopp im Seidenmuseum, wo wir uns ausführlich über Seide und alte Webstühle informiert haben, haben wir uns mit einem Riesenpot heisser Nudelsuppe wieder aufgewärmt haben und sind mit dem Zug wieder nach Shanghai zurück.

Labels: China, Sightseeing
Ein Wochenende mit schönen, aber wenigstens nicht brütend heissen Wetter bietet sich zum Sightseeing an. Und Roman und ich haben uns an diesem Samstag die Shanghaier Altstadt vorgenommen. Nun, Altstadt ist wohl das falsche Wort. Die Chinesen haben nämlich den Grossteil abgerissen und im alten Stil wieder aufgebaut. Trotzdem schlägt hier das Herz der Stadt und es herrscht quirliges Basartreiben.
Hinter der neuen "Altstadt" erhebt sich das wirklich neue China mit dem JinMao und dem World Financial Tower
Auch auf der Zickzackbrücke mit den neun Ecken tummeln sich unglaublich viele Leute. Diese hält böse Geister fern, da die nicht um Ecken gehen können. Roman und ich gönnten uns erstmal eine Auszeit vom ganzen Treiben und eine Tasse Tee im Teehaus Huxinting. Dort gibt kunstvoll gebundene Tees, die in den Kannen zu Blumen erblühen.


Im Teehaus hat man einen phantastischen Blick auf die Zickzackbrücke und kann die aufgehenden Blüten in
der Teekanne bewundern.
Im GartenFrisch erholt machten wir uns auf in den Yu Yuan, den "Garten der Zufriedenheit". Angelegt von einem Beamten als Ruhesitz zu Zeiten der Ming-Dynastie und von Kaufleuten im 18. Jahrhundert weiterentwickelt, ist der Garten eines der wenigen Dinge in der Altstadt, das tatsächlich alt ist.
Der Garten lässt den Trubel aussen vor und man kann die vielen kleinen Pagoden, Bonsais und Teiche geniessen.
Fast vergisst man die anderen Besucher, die sich in der verzweigten Gartenanlage verlaufen. Aber spätestens am Ausgang trifft man wieder auf den turbulenten Basar der "Altstadt".
Am Abend
Später haben wir Nella noch ein wenig auf Trab gehalten - oder vielmehr sie uns. Nach einer Woche bei mir hat sie ordentlich zugelegt, das Fell an den Pfoten wächst nach und sie spielt jetzt wahnsinnig gerne. Nur für eine Spritze Milch lässt sie immer noch alles stehen und liegen.
Labels: Nella, Shanghai, Sightseeing
Am Dienstag ist uns in der Firma eine kleine Katze zugelaufen. Herzzereissend hat sie miaut und ganz klein war sie. Irgendwann hat sie jemand in eine Papierkiste gesetzt und ihr etwas Milch gegeben. Von da an lebte sie mit ihrem Karton neben dem Haus der Wachmannschaft am Firmeneingang. Am Freitag sah das arme Ding so mitgenommen aus (siehe rechts), dass ich ihr einen Tierarztbesuch und eine neue wasserdichte Behausung spendieren wollte. Eine weitere Woche hätte sie so garantiert nicht überlebt. Mein Plan war, sie ein wenig aufpäppeln zu lassen und sie anschliessend in der Firma weiter zu versorgen.
Kollege Max (mit Auto und Chinesisch-Kenntnissen) war schnell überredet, mich samt Katze dort hin zu bringen. Die Tierärztin und ihre Mädels waren etwas schockiert, mit welchem Fellbündel wir dort ankamen. Aber nach die Kleine mal gebadet war, eine Spritze und Entwurmung hinter sich hatte, sah sie gleich viel besser aus. Auch wenn das Herz arg "bumperte" und sie sich nur bei Max verkriechen wollte. Die Tierärztin hat uns dann aber auch klar gemacht, dass sie erst 2 Wochen alt ist und noch nicht alleine überleben kann. Und dass noch gar nicht sicher ist, ob sie überhaupt die nächsten 4 Wochen überlebt.
Tja, und nun teilen sich Max, mein Schweizer Kollege Roman und ich das "Sorgerecht" und kümmern uns abwechselnd um sie. Wir haben sie "Fortunella" oder kurz "Nella" getauft, weil sie offensichtlich Glück hatte und sich die richtige Firma ausgesucht hat. Und dass sie überlebt hat ist auch ein kleines Wunder: Die Ratten, die so rund um unsere Firma leben, dürften gut das doppelte Kampfgewicht der Kleinen aufweisen.
Wenn sie jetzt noch Glück hat - woran ich fest glaube - und den nächsten Monat auch überlebt, dann können wir sie irgendwann wieder als Firmenkatze halten, oder hier in der Shanghaier Tiervermittlung anmelden oder sie in meiner Nachbarschaft leben lassen, wo die Katzen allabendlich an der Hecke gefüttert werden. Da finden wir dann schon eine Lösung.
Erstmal schauen wir, dass sie morgen ihre Milch trinkt, viel isst und dann auch brav ihr Geschäft macht. Nachdem wir uns schon Sorgen machten, weil sie einen Tag lang absolut nichts hinterlassen hat, fanden wir heute Nachmittag des Rätsels Lösung. Das Katzenklo war noch nicht installiert und ohne so ein bisschen Kies zum Verscharren, wollte Madame absolut nicht. Zwei Wochen alt und ohne Aufwand schon stubenrein. Es geht gut los.
Das sieht die Welt schon besser aus - frisch gebadet, in neuem Körbchen und mit einer Spielzeug-Maus, die fast grösser ist als man selbst.
Nach einer halben Ewigkeit des grossen Faulenzens habe ich beschlossen, es mal wieder mit Sport zu versuchen und den inneren Schweinehund zu überwinden. Dafür braucht man natürlich ein dementsprechendes Outfit und so war ich am Wochenende shoppen! (Nein, das meinte ich noch nicht mit Sport.)
Erfüllend war es leider weniger: Die Qual der Wahl blieb mir nämlich nicht, sondern eher die Frage, was passt überhaupt. Nach langem Suchen fanden sich zwei passable T-Shirts in XL. Tja, und beim Hosenangebot der Damen-Abteilung fiel die eine Hälfte durch absolute geschmackliche Entgleisung aus. Und in die andere Hälfte bekäme ich nicht mal mein Wadl geschweige denn den Hintern rein. Es half nichts, ich musste in der Männer-Abteilung suchen gehen und wurde fündig: Aber auch hier rangiere ich schon in der Grössenordnung "Medium". Nun, schmeichelhaft ist etwas anderes, aber vielleicht der endgültige Tritt für den Schweinehund.
Bei den Schuhen erging es mir dann wie Kollege Roman, der versucht bisher auch vergebens etwas in seiner Grösse zu finden. Hier geht die Odysee wohl noch weiter und ich muss noch ein paar Läden aufsuchen.
... der Busfahrer. Nun ja, nicht täglich - aber von Montag bis Freitag verbringe ich knappe 3 Stunden am Tag beim Busfahren. Die Zeit vergeht mit Kaffee trinken, Zeitung lesen, diversen Nickerchen, Musik hören oder telefonieren eigentlich ganz gut. Aber manchmal zieht es sich dann auch wiederum ganz schön. Und so sieht ein typischer Arbeits-Morgen von mir aus:








Stadteinwärts hat es bereits Stau.
Kollege Roman ist auch schon da! Und ich geniesse jetzt erstmal die "Shanghai Daily" und den Cappuccino.
Vorbei an einem Vergüngungspark erreichen wir nach ca. 45 Minuten einen Gegend, die schon ganz anders aussieht als die Metropole Shanghai.







Endlich angekommen in unserem schönen grünen Gebäude.

Labels: Job, Leben, Shanghai, Strassenverkehr

