Eines weiss ich schon sicher, bevor ich diesen Aufenthalt endgültig angetreten habe: Gesund bin ich sicher. Vorsichtig wie ich bin war ich schon freiwillig beim Zahnarzt, beim Allgemeinarzt zum Impfen und natürlich beim Frauenarzt . Alles prima, aber im Nachhinein wird diese Vorsicht wohl völlig überflüssig gewesen sein.
Um eine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung für China zu bekommen, muss man sich als Ausländer einer Gesundheitsprüfung unterziehen. Dafür wird man in eine extra Behörde gebracht und stellt fest, dass noch 10 andere den 13.30-Uhr-Termin haben. Jeder füllt dann ein langes Formular aus (u.a. Aids, Gelbfieber, Geschlechtskrankheiten, Schwangerschaft etc...) und wird genau 702 RMB los (105 CHF/ 75 €). Anschliessend bringt einen die strenge Oberschwester in den Umkleideraum und macht einem klar, dass man sich bitte oben entkleiden möge und danach trapst man im weissen Bademantel von Raum zu Raum.
Aber alles läuft wirklich sehr korrekt, da kann ich mich nicht beklagen. Und so komme ich vom Messen/Wiegen, zum Röntgen und dann zum EKG. Wenn jemand die EKG-Pads allerdings desinfiziert hätte bevor sie mir auf die Brust geklebt wurden, hätte ich nichts dagegen gehabt. In der Zwischenzeit hingen da sicher schon 50 Leute dran.Jedes Resultat wird auf meinem Laufzettel festgehalten (siehe rechts). Zwischendurch werden mir noch 2 Ampullen Blut abgezapft. Danach werden neben meinen Augen (ja, ich seh halt ohne Brille wirklich wenig) auch noch meine Ohren und Nasenlöcher kontrolliert. Im Gang treffen sich alle Bademantel-Patienten wieder und warten vorm jeweiligen Zimmer. Man grinst sich schüchtern an und vermutlich kommen sich alle gleich dämlich vor in ihrem weissen Bademantel.
Im Anschluss platziert mich die strenge Oberschwester vor einem Raum mit der Aufschrift "Women's Medical Control". Na super, die Haken für die gynäkologische Untersuchung sowie Urin-, Stuhl- und Spuckprobe fehlen auf meinem Zettel noch. Kann ja heiter werden! Die Untersuchung stellt sich aber glücklicherweise als vollkommen harmlos heraus und beschränkt sich auf das Abhören der Herzgeräusche sowie ein Abtasten des Bauchraums. Danach schickt mich die Oberschwester sogar schon heim!
Das Beste zum Schluss erreicht mich wenig später als E-Mail von der Schweizer Personalabteilung: Weil ich nicht in der Schweizer Arbeitslosen- und Invaliditätsversicherung (2. Säule) bleiben kann, darf ich noch mal zum Arzt bevor mich meine Firma privatrechtlich versichern kann. Dass heisst dann wohl Gesundheitsmarathon Nummer 2. Es sei denn die Schweiz akzeptiert ein chinesisches Gesundheitszeugnis.
Abenteuer im Reich der Mitte
Über mich

- Claudia
- über ihre Erlebnisse im täglichen Leben, im Beruf, im Strassen-verkehr, beim Essen, ...
Kategorien
- Beijing (2)
- China (27)
- Essen (5)
- Europa (6)
- Job (8)
- Leben (34)
- Nella (9)
- Shanghai (17)
- Sightseeing (15)
- Strassenverkehr (2)
- Xian (1)
25.3.09
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen